Schneller als gedacht? Star Wars Jedi 3 könnte bereits 2026 erscheinen – und das wirft Fragen auf
Seit dem Release von Star Wars Jedi: Survivor im Jahr 2023 herrschte um die Zukunft der Reihe geradezu gespenstische Stille. Weder EA noch Respawn Entertainment ließen sich zu einem dritten Teil blicken – bis jetzt. Ein frisches Gerücht, das während einer Episode des Kinda Funny Gamescast aufkam, elektrisiert die Community: Der nächste Ableger der Jedi-Saga könnte bereits in diesem Jahr enthüllt und veröffentlicht werden. Tim Gettys, Co-Host des Podcasts, ließ beiläufig fallen, dass er „einige Dinge gehört“ habe und eine Ankündigung im Mai mit anschließendem Release im September für durchaus realistisch halte. Sollte sich das bewahrheiten, würde das Sequel lediglich drei Jahre Entwicklungszeit hinter sich haben – rekordverdächtig kurz für ein AAA-Action-Adventure. Doch angesichts der turbulenten Zustände bei Respawn, wo Kündigungen, Entlassungen und eine „historisch niedrige Moral“ die Schlagzeilen dominieren, stellt sich die Frage: Kann ein so ambitioniertes Projekt unter diesen Umständen gelingen?
Ein riskantes Tempo, das Erinnerungen weckt
„Ich dachte darüber nach, als ich versuchte, ein Spiel zu finden, das nicht auf diese Liste gehören würde, und ich überlegte, wie gut das letzte aufgenommen wurde… aber das Jedi Survivor Sequel hat meiner Meinung nach eine solide Chance, dieses Jahr rauszukommen“, erklärte Gettys gegen Ende der Podcast-Episode. „Ich denke nicht, dass es ein sicheres Ding ist… Ich kann mir vorstellen, dass das Spiel im Mai angekündigt und im September veröffentlicht wird.“ Diese Einschätzung ist nicht völlig aus der Luft gegriffen: Star Wars Jedi: Fallen Order, der erste Teil der Reihe, wurde 2019 angekündigt und noch im selben Jahr released. Der Nachfolger Survivor kam vier Jahre später – ein überschaubarer Entwicklungszyklus für ein derart umfangreiches Spiel. Sollte Teil drei tatsächlich 2026 erscheinen, würde das einer dreijährigen Produktionsphase entsprechen, was für moderne Blockbuster-Standards außergewöhnlich flott wäre.
Respawn im Krisenmodus: Kündigungen, Entlassungen und Moralverfall
Doch die optimistischen Spekulationen über einen baldigen Release werden von beunruhigenden Berichten über die Zustände bei Respawn Entertainment überschattet. Seit der Veröffentlichung von Survivor hat das Studio einen regelrechten Exodus erlebt. Der wohl schwerste Verlust: Stig Asmussen, Director beider bisheriger Jedi-Spiele, verließ Respawn und gründete sein eigenes Studio namens Giant Skull, wo er nun mit Wizards of the Coast an einem Dungeons & Dragons-Spiel werkelt. Doch Asmussen ist nicht der einzige Abgang. 2025 traf eine Entlassungswelle das Studio, bei der über 300 Mitarbeiter von EA gefeuert wurden, darunter auch Angestellte des Experiences-Teams. Patrick Wren, Senior Encounter Designer von Survivor, äußerte sich via Social Media zu den Zuständen und sprach davon, dass die Moral im Studio „auf einem Allzeittief“ sei – eine vernichtende Einschätzung.
Stig Asmussen und das Erbe der „schlechten Entscheidungen“
Asmussen selbst ließ in einem Interview im Juni durchblicken, dass die Jedi-Spiele noch immer unter technischen Altlasten leiden. „Wir sind Experten für Nahkampf, also ist das etwas, das John [Hight] gesehen hat, und es überträgt sich sehr gut auf D&D“, sagte Asmussen in Bezug auf den Wizards of the Coast-Präsidenten, mit dem er bereits an God of War 3 gearbeitet hatte. „Es gibt wahrscheinlich immer noch Legacy-Schulden in den Jedi-Spielen, die auf schlechten Entscheidungen basieren, die wir früh getroffen haben. Einige dieser schlechten Entscheidungen basierten auf Momentum, weil wir nicht stecken bleiben wollten. Wir wollten einfach immer weitermachen.“ Diese Aussage deutet darauf hin, dass technische Kompromisse, die damals getroffen wurden, um den Entwicklungsprozess am Laufen zu halten, noch immer nachwirken. Asmussen verspricht, dass sein neues D&D-Projekt dank fehlender technischer Schulden bessere Animationen als Survivor bieten wird.
Neben Kampf soll auch Traversal ein zentraler Pfeiler des neuen Projekts werden. „Traversal ist uns wirklich wichtig“, erklärte er. „Dem Spieler verschiedene Möglichkeiten zu geben, die Umgebung zu erkunden und mit ihr zu interagieren, und schließlich seinen Charakter so aufzubauen, dass er die Umgebung dominiert. Es muss sich alles seidig glatt anfühlen.“
Kann ein drittes Jedi-Spiel unter diesen Bedingungen gelingen?
Die Frage, die sich angesichts all dieser Umstände aufdrängt: Kann Respawn unter den aktuellen Bedingungen wirklich ein qualitativ hochwertiges drittes Jedi-Spiel abliefern? Drei Jahre Entwicklungszeit sind ambitioniert, aber nicht unmöglich – vorausgesetzt, das Team ist stabil, motiviert und gut geführt. Doch mit niedrigem Moral, massiven Entlassungen und dem Weggang des kreativen Kopfes hinter den ersten beiden Teilen stehen die Zeichen eher auf Sturm. Sollte das Gerücht sich bewahrheiten und EA tatsächlich einen Release für September anpeilt, könnte das entweder ein überraschender Triumph oder ein überstürztes Desaster werden.

Star Wars Jedi: Survivor
Die geschichte von Cal Kestis geht in Star Wars Jedi: Survivor weiter, einem storybasierten third-person-action-adventure.


