Nach Treffen in Davos

Zündet Macrons Plan für erweitertes G7-Treffen?

20. Januar 2026, 13:50 Uhr · Quelle: dpa
Frankreichs Präsident Macron
Foto: Philippe Magoni/Pool AP/AP/dpa
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat ein Treffen der G7-Staaten mit Russland vorgeschlagen. (Archivfoto)
Emmanuel Macron schlägt ein G7-Treffen mit weiteren Ländern vor, um Konflikte über Grönland mit den USA zu lösen.

Paris/Washington (dpa) - Angesichts massiver Spannungen zwischen Europa und den USA wegen der Besitzansprüche Donald Trumps auf Grönland hat Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron dem US-Präsidenten ein Treffen der G7-Staaten mit Russland und Dänemark vorgeschlagen. Das geht aus privaten Textnachrichten zwischen Macron und Trump hervor, von denen der US-Präsident auf der Plattform Truth Social Bilder teilte. Der Élysée-Palast bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Echtheit der Nachrichten.

Trumps Besitzansprüche auf Grönland und die damit verbundenen Drohungen haben die Verbündeten in Europa beispiellos verunsichert. Ein Ausweg aus der Krise ist nicht absehbar. Macron schlug nun ein G7-Treffen am Donnerstag in Paris vor - nach dem Ende des laufenden Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos, wo Trump am Mittwoch eine Rede halten will. Hinzustoßen sollen Macrons Vorstellung nach auch Vertreter der Ukraine, Dänemarks, Syriens und Russlands. Aus den von Trump veröffentlichten Nachrichten geht auch hervor, dass Macron Trump zu einem Abendessen in Paris eingeladen hat, bevor dieser zurück nach Washington fliegt. 

Ob Trump auf den Vorschlag eingehen möchte und ob es tatsächlich zu so einem Treffen kommen könnte, war zunächst vollkommen offen. Weitere Einzelheiten kommunizierte der Élysée-Palast zunächst nicht. Andere G7-Staaten, darunter Deutschland, reagierten zunächst nicht öffentlich auf den Vorstoß. Am Donnerstagabend soll in Brüssel ein EU-Sondergipfel zum Umgang mit Trumps Zolldrohungen stattfinden. 

Macron zu Trump: Verstehe nicht, was du in Grönland vorhast

Macron ließ Trump in den nun veröffentlichten Nachrichten wissen, er verstehe nicht, was dieser mit Blick auf Grönland im Schilde führe. Der US-Präsident will Dänemark dazu bringen, den USA die Arktisinsel zu verkaufen. Deutschland, Frankreich und weitere Staaten hatten daraufhin als Zeichen der Solidarität mit Dänemark Soldaten zu einer Erkundungsmission nach Grönland geschickt. Der Republikaner kündigte dann am Samstag an, ab dem 1. Februar Strafzölle auf Waren aus Deutschland und anderen europäischen Nato-Ländern zu verhängen. Damit will er den Widerstand gegen einen Verkauf Grönlands an die USA brechen. 

Zum Grönland-Konflikt hieß es aus Macrons Umfeld, dass die Achtung der Souveränität und territorialen Integrität der Staaten für Frankreich nicht verhandelbar sei und Frankreichs Engagement als Nato-Verbündeter für die Sicherheit in der Arktis unverändert bleibe.

Trump will in Grönland-Konflikt mit anderen Parteien reden

Trump hat seinerseits ein Treffen zum Grönland-Konflikt der beteiligten Parteien in Davos angekündigt. Den avisierten Gesprächen sei ein Telefonat mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte vorangegangen, schrieb er auf Truth Social. Wer konkret an dem Treffen teilnehmen wird, ließ der Republikaner offen. 

Moskau bislang nicht eingeladen

Zu einem möglichen G7-Treffen in Paris ist der Kreml nach eigenen Angaben bislang nicht eingeladen worden. Moskau habe keine Einladung bekommen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge auf eine entsprechende Anfrage.

Russland war von 1998 an Mitglied der Gruppe westlicher Industrienationen, die in der Zeit G8 hieß. Nach der Annexion der Krim im Jahr 2014 wurde Russland ausgeschlossen und die Gruppe hieß wieder G7. Mit dabei sind neben den USA, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada sowie Japan und Deutschland.

Macron betont gemeinsame Ziele bei Syrien und dem Iran

Wie es aus Macrons Umfeld hieß, ist Frankreich entschlossen, seinen diesjährigen G7-Vorsitz für einen nützlichen Beitrag zum Dialog und zur Zusammenarbeit zu nutzen. Betont wurden Konflikte, bei denen Frankreich mit den USA an einem Strang ziehen. In Syrien arbeite Frankreich gemeinsam mit den US-Amerikanern für die Einheit und territoriale Integrität Syriens, die Einhaltung des Waffenstillstands und bleibe seinen Verbündeten im Kampf gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» treu. Im Iran fordere Frankreich von den dortigen Behörden die Achtung der Grundfreiheiten und stehe denen zur Seite, die diese verteidigten. 

Macron merkte in den privaten Textnachrichten an Trump an, dass Frankreich und die Vereinigten Staaten «völlig im Einklang» mit Blick auf den weiteren Kurs in Syrien seien. Zudem könnten sie «großartige Dinge» im Iran erreichen. 

Nicht nur private Nachrichten von Macron veröffentlicht

Trump veröffentlichte zudem auch eine private Nachricht, die ihm Nato-Generalsekretär Mark Rutte mit Blick auf die Gespräche in Davos geschrieben hatte. In dieser hieß es: «Herr Präsident, lieber Donald – was Du in Syrien erreicht hast, ist unglaublich. Ich werde meine Medienauftritte in Davos nutzen, um Deine Arbeit dort, in Gaza und in der Ukraine hervorzuheben. Ich bin entschlossen, in der Grönland-Frage einen Weg nach vorn zu finden. Ich kann es kaum erwarten, dich zu sehen. Dein Mark.» Eine Bündnissprecherin bestätigte der dpa, dass die Nachricht authentisch ist.

Konflikte / G7 / Grönland / USA / Macron / Russland / Dänemark
20.01.2026 · 13:50 Uhr
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