EU vor historischem Handelsabkommen mit Mercosur-Staaten
Die Industrie- und Handelskammern Mecklenburg-Vorpommerns blicken optimistisch auf die bevorstehende Einigung zum Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den südamerikanischen Mercosur-Staaten. Ein Abschluss des seit rund 25 Jahren in Verhandlung stehenden Vertrages könnte in den kommenden Tagen Realität werden.
Krister Hennige, Präsident der IHK Neubrandenburg, betonte die Bedeutung eines solchen Abkommens als starkes Signal der EU auf der globalen Wirtschaftsbühne. Während die Landwirtschaft in der Region Bedenken äußert und gegen das Abkommen protestiert, sieht Hennige vor allem die wirtschaftlichen Vorteile: Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern stehen laut ihm vor der Chance, von reduzierten Zöllen und erweiterten Marktzugängen zu profitieren.
Erwartet wird, dass die EU die notwendige Zustimmung am Freitag in Brüssel erteilt und die Vertragsunterzeichnung am 12. Januar in Paraguay folgt. Beeindruckend ist das Potential der Freihandelszone, die eine Bevölkerung von über 700 Millionen Menschen umfassen würde und damit weltweit die größte wäre.
Bisher werden etwa 85 Prozent der Exporte der EU in die Mercosur-Staaten durch hohe Zölle belastet. So belaufen sich die Zölle auf Autos und Wein auf 35 Prozent, Maschinen auf 20 Prozent und viele Chemikalien auf 18 Prozent.
Das Abkommen könnte EU-Unternehmen Zollersparnisse von etwa vier Milliarden Euro bescheren, von denen ein Viertel auf deutsche Unternehmen entfallen würde. Die ursprüngliche Unterzeichnung des Vertrages, die für Mitte Dezember geplant war, musste jedoch bereits verschoben werden.

