Deutscher Wirtschafts-Optimismus bleibt gedämpft
Das volatile Zusammenspiel aus Handelskonflikten, steigenden Energiekosten und strukturellen Herausforderungen wirkt weiter als Belastungsprobe für die deutsche Wirtschaft. Die OECD sieht auch 2025 lediglich ein bescheidenes Wachstum von 0,4 Prozent voraus. Unter über 50 betrachteten Ländern schneiden nur Norwegen und Österreich schlechter ab, so die jüngste Diagnose der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
Die Zunahme an Handelsbarrieren und die damit verbundenen Unwägbarkeiten werden als entscheidende Wachstumsbremsen identifiziert, wie OECD-Chefökonom Álvaro Pereira herausstellt. Diese Faktoren stellen eine nahezu weltweite Herausforderung dar, die global spürbar ist.
Für das nächste Jahr zeichnet sich ein kleines Aufatmen ab: Die Wachstumserwartung für Deutschland wird leicht auf 1,2 Prozent angehoben, gestützt durch eine erhoffte Regierungsinitiative zur Förderung von Investitionen und eine Erholung der Konsumlust. Obwohl die Inflation, befeuert durch den Ukraine-Konflikt, sich wieder eingependelt hat, blieb der private Konsum bislang schwach. Die OECD erwartet hier 2024 eine Besserung.
Doch Vorsicht ist geboten: Die künftige Entwicklung der Handelskonflikte könnte die Prognosen erheblich beeinflussen. So bleibt die Lage angespannt und von Unsicherheiten geprägt.

