DB Cargo vor radikaler Umstrukturierung: Kurswechsel hin zur europäischen Ausrichtung
Der seit langem defizitär arbeitende Güterverkehrszweig der Deutschen Bahn, DB Cargo, hat einen umfassenden Restrukturierungsplan angekündigt, der den Abbau von rund 6.200 der aktuell 14.000 Arbeitsplätze in Deutschland beinhaltet. Bernhard Osburg, der die Führung des Unternehmens übernommen hat, plant, fast alle Geschäftsbereiche, einschließlich Fahrbetrieb, Disposition, Planung, Administration, Vertrieb und IT, neu zu organisieren.
Der Schritt sei notwendig, um der wirtschaftlichen Schieflage entgegenzuwirken und die 2023 gesetzten EU-Vorgaben für schwarze Zahlen zu erreichen. Osburg, der frühere Stahlmanager, hat einen Vier-Säulen-Plan vorgelegt, der bis 2030 eine Einsparung von etwa einer Milliarde Euro vorsieht.
Ein Schwerpunkt liegt auf der stärkeren europäischen Ausrichtung der Geschäfte, da die innerdeutsche Nachfrage aus den Branchen Auto, Chemie und Stahl rückläufig ist. Ziel ist es, DB Cargo zum führenden europäischen Schienenlogistiker auszubauen.
Für den Einzelwagenverkehr, der weiterhin defizitär bleibt, sind strukturelle Änderungen geplant, einschließlich der Schließung oder des Verkaufs von Instandhaltungswerken. Gleichzeitig betont DB Cargo die Notwendigkeit einer neuen Unternehmenskultur, die durch mehr Eigenverantwortung und klare Umsetzungspläne geprägt sein soll.
Die neue Struktur, insbesondere im Einzelwagenverkehr, wird bis 2027 angestrebt. Während die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) die europäische Ausrichtung unterstützt, kündigt sie harte Verhandlungen bezüglich der Stellenstreichungen an. Nach Ansicht der EVG müssten vor einem derart großen Arbeitsplatzabbau alle Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung geprüft werden.

