DAX taumelt auf Rekordhöhe, während US-Märkte unbeeindruckt vom Shutdown bleiben
Der DAX zeigte sich am Tag der Deutschen Einheit zurückhaltend auf dem Weg zu neuen Spitzenwerten. Nachdem der deutsche Leitindex zu Beginn des Börsenhandels am Freitag die 24.500-Punkte-Marke überwinden konnte, trübte sich die Anlegerstimmung schnell ein. Das Barometer fiel leicht zurück, verblieb jedoch um 0,26 Prozent im Plus bei 24.487 Punkten. Der Rekordwert aus dem Juli, der bei 24.639 Punkten liegt, ist jedoch nicht außer Reichweite. Im Mittelfeld der deutschen Börse legte der MDAX um 1,29 Prozent auf 31.131 Punkte zu, während der EuroStoxx 50 als führender Index der Eurozone einen Zuwachs von 0,26 Prozent verzeichnete.
Auf der anderen Seite des Atlantiks erreichten der S&P 500 und die Nasdaq-Indizes trotz des andauernden Regierungsstillstands erneute Höchststände. Bedingt durch den partiellen Regierungsstopp ist der für Freitag geplante Arbeitsmarktbericht für September in Gefahr, da ohne eine politische Einigung auf einen Interims-Haushalt keine Regierungsdaten veröffentlicht werden können.
Die Resilienz des US-Marktes gegenüber dem Shutdown könnte durch die Erwartung einer weiteren geldpolitischen Lockerung der Fed beflügelt werden. Die Spekulationen sind hoch, dass die US-Notenbank Ende Oktober die Leitzinsen senken wird, um den schwächeren Arbeitsmarkt zu stützen. Ungeachtet der Arbeitsmarktsituation und der Handelskonflikte scheint die US-Wirtschaft stabil, was die Perspektiven für die bevorstehende Berichtssaison der US-Unternehmen aufhellt.
Besonders gefragt blieben europäische Stahlwerte, begünstigt durch einen positiven Bericht von Analyst Tristan Gresser von Exane BNP Paribas. Trotz chinesischer Importrekorde, der niedrigen Fabrikation auf hiesigem Boden und drückender US-Zölle sieht Gresser Potenzial für Optimismus. Die EU ziehe mit einem protektionistischen Maßnahmenpaket alle Register. Er empfiehlt vollumfänglich Investitionen in Kohlenstoffstahl.
Erfreulich entwickelten sich Salzgitter-Aktien, nachdem Gresser sein Urteil von "Underperform" auf "Outperform" änderte, was die Papiere auf den höchsten Stand seit zwei Jahren beförderte. Die Papiere von Salzgitter stiegen im SDAX um bemerkenswerte 9,4 Prozent. Im MDAX setzte sich Thyssenkrupp mit einem Plus von vier Prozent an die Spitze. Nemetschek-Aktien profitierten von der Kaufempfehlung der Privatbank Berenberg mit einem Anstieg von drei Prozent. Analyst Nay Soe Naing betrachtet das Softwareunternehmen für Bauwesen optimistisch. Die Integration von Künstlicher Intelligenz sei ein Vorteil und nicht etwa eine Herausforderung, insbesondere angesichts eines billionenschweren deutschen Förderprogramms, das langfristig vielversprechende Chancen eröffnet.

