Bundesregierung will KI-Strategie überarbeiten

Berlin (dts) - Die Bundesregierung will ihre nationale Strategie zur Förderung von künstlicher Intelligenz (KI) noch in diesem Jahr aktualisieren. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, über welche die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben) berichten. Demnach ist geplant, die Strategie in diesem Jahr fortzuschreiben.

Dabei werde die Bundesregierung "die neusten Entwicklungen und Bedarfe prüfen und die Strategie je nach Diskussionsstand und Erfordernissen weiterentwickeln", heißt es in dem Schreiben. Zudem sollen in diesem Jahr weitere Professuren für den Bereich künstliche Intelligenz an deutschen Hochschulen entstehen. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte im Vorjahr angekündigt, 100 neue KI-Professuren verleihen zu wollen. "Die offizielle Verleihung der ersten Alexander von Humboldt-Professuren für KI wird voraussichtlich im Mai erfolgen", heißt es in der Antwort der Bundesregierung weiter. Die Stärkung des Bereichs KI an Hochschulen sei nötig, da "die Nachfrage nach KI-Experten für komplexe Datenanalyse bei Weitem das Angebot übersteigt, das die Hochschulen in den nächsten Jahren generieren können." Für die Grünen-Politikerin und Fragestellerin Anna Christmann ist die angekündigte Überarbeitung der KI-Strategie nur "ein kleiner Hoffnungsschimmer". Man brauche künstliche Intelligenz "made in Europe", wenn man "eigene Standards für diese Zukunftstechnologie setzen wollen", sagte Christmann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Bisher sei die KI-Strategie ein "Gemischtwarenladen aus lauter Kleinstprojekten". Die Grünen-Politikerin forderte "eine klare Zuständigkeit in der Bundesregierung". Auch Unternehmen und Wissenschaftler machen nun Druck. So forderte die Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, Sabine Bendiek, eine schnelle Gesetzgebung. "Die technische Komponente hinter der KI ist der Bereich, um den ich mir am wenigsten Sorgen mache. Die Forschung in Deutschland ist sehr gut. Wichtig ist, dass wir schnell eine Regulierung erreichen", sagte Bendiek. Insbesondere bei industriellen Daten habe Deutschland im KI-Bereich "eine Chance und einen Vorsprung von zwei, maximal drei Jahren". Wolfgang Wahlster, langjähriger Direktor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), sieht in industriellen Maschinendaten ebenfalls eine Chance für Deutschland. "Wir haben den größten Datenschatz an Maschinendaten", sagte Wahlster den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Dies werde die "einzige und letzte Chance für Deutschland und Europa sein, in einem Bereich der KI führend zu sein", so der Informatikprofessor von der Universität des Saarlandes.
Politik / DEU / Computer / Unternehmen
15.01.2020 · 01:00 Uhr
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