Bermuda geht "on-chain" – Stellar sichert sich den Deal

Die Stellar Development Foundation und die Regierung von Bermuda haben bekannt gegeben, dass die Inselnation damit beginnt, zentrale Zahlungs- und Finanzdienstleistungen auf das Stellar-Netzwerk zu verlagern. Dies markiert den ersten operativen Meilenstein in Bermudas Bestreben, die weltweit erste vollständig "on-chain" nationale Wirtschaft zu werden, wie auf dem Weltwirtschaftsforum im Januar 2026 angekündigt.
Diese Partnerschaft ist keine Pilotstudie oder Arbeitsgruppe, sondern der Beginn einer realen Implementierung. Einwohner Bermudas können künftig Löhne empfangen, bei lokalen Händlern bezahlen, staatliche Gebühren begleichen sowie digitale Vermögenswerte über digitale Geldbörsen im Stellar-Netzwerk halten, senden und empfangen.
Regierungsbehörden planen, Zahlungen auf Basis von Stablecoins zu testen. Finanzinstitute werden in der Lage sein, Tokenisierungswerkzeuge zu integrieren. Auch die Auszahlung von Sozialleistungen wird als Anwendungsfall untersucht.
Das Problem, das Bermuda löst
Die wirtschaftlichen Gründe für diesen Schritt sind klar. Lokale Händler auf der Insel zahlen derzeit zwischen 3% und 5% pro Transaktion an Kartenbearbeitungsgebühren, wobei die effektiven Kosten in einigen Kategorien bis zu 10% erreichen können.
Das Fehlen einer mobilen Geldinfrastruktur und die fortgesetzte Abhängigkeit von veralteten Zahlungssystemen führen dazu, dass Bermudianer Kosten tragen, die laut der Stellar Development Foundation als Wertverlust für die Insel angesehen werden, anstatt innerhalb der Wirtschaft zu zirkulieren.
Der Premier von Bermuda, E. David Burt, betonte in der Ankündigung, dass digitale Dollar und die Infrastruktur von Stellar es ermöglichen, diese Art von systemischem Wandel verantwortungsvoll und in dem von Bermuda benötigten Umfang zu realisieren.
Warum Stellar?
Die Wahl von Stellar ist kein Zufall. Das Netzwerk wurde speziell für regulierte Finanzdienstleistungen entwickelt – öffentlich und erlaubnisfrei, aber konfigurierbar mit den Vermögenskontrollen, die für staatliche und institutionelle Einsätze erforderlich sind.
Transaktionen werden in Sekunden zu einem Bruchteil eines US-Cents abgewickelt. Das Netzwerk betreibt zudem eines der weltweit größten Netzwerke für Ein- und Auszahlungen von digitalen Vermögenswerten, was für eine Inselwirtschaft, die auf zugängliche Liquiditätskanäle angewiesen ist, von großer Bedeutung ist.
Bermudas regulatorische Grundlage unterstützt diese Wahl zusätzlich. Die Insel hat 2018 das Digital Asset Business Act eingeführt – eines der weltweit frühesten umfassenden Regulierungsrahmen für digitale Vermögenswerte – und bietet der Stellar Development Foundation eine bestehende rechtliche Infrastruktur.
Denelle Dixon, CEO und Executive Director der Stellar Development Foundation, bemerkte, dass Bermuda das erreicht hat, was die meisten Jurisdiktionen nicht können: regulatorische Klarheit, ein abgestimmtes Ökosystem und eine Regierung, die bereit ist, die Führung zu übernehmen.
Diese Ankündigung ist nicht die erste staatliche Implementierung von Stellar. Die Republik der Marshallinseln führte im Dezember 2025 die weltweit erste landesweite "on-chain" Auszahlung eines universellen Grundeinkommens über USDM1 im Stellar-Netzwerk durch – ein Präzedenzfall, auf dem Bermudas Programm nun aufbaut.
Diese Entwicklung markiert einen entscheidenden Moment für die Beziehung des aufstrebenden Sektors zur staatlichen Finanzinfrastruktur. Eine nationale Regierung, die sich verpflichtet, ihre Zahlungswirtschaft "on-chain" zu verlagern, ist kein theoretischer Anwendungsfall für Blockchain-Technologie mehr – es ist ein operativer, und Stellar ist das Netzwerk, das den weltweit ersten Versuch unterstützt, dies im nationalen Maßstab zu beweisen.

