Bau-Rhapsodie auf Deutschlands Schienen: Die Generalsanierung der Route Hamburg-Berlin
Der Schienentransport zwischen Hamburg und Berlin, eine der verkehrsreichsten Achsen im deutschen Fernverkehr, wird für neun Monate pausieren. Ab Freitagabend, pünktlich um 21:00 Uhr, beginnt die umfassende Sanierung dieser wichtigen Strecke, die nun bis Ende April brachliegt. Während dieser Zeit wird der Fernverkehr geschickt umgeleitet, und zwar über Stendal und Uelzen, was die Reisezeit durchschnittlich um 45 Minuten verlängert. Die Frequenz der ICE- und IC-Züge wird verringert und wechselt auf das stündliche Angebot. Ebenso ist der Güterverkehr von dieser großflächigen Neuordnung betroffen.
Für Pendlerinnen und Pendler im Regionalverkehr ist der Fahrplan ebenso stark beschnitten: Viele Verbindungen fallen aus oder werden nur auf Teilstrecken bedient. Doch auch für sie ist gesorgt, denn Ersatzbusverkehre stehen bereit, um zumindest einen Teil der Mobilität zu gewährleisten. Diese beginnen bereits am frühen Freitagmorgen, sodass ein nahtloser Übergang sichergestellt ist.
Dieses Bauprojekt ist Teil eines ambitionierten Sanierungsplans der Deutschen Bahn, der rund 40 solcher Großprojekte umfasst. Ziel ist es, stark beanspruchten aber überalterten Schienenverbindungen ein zeitgemäßes Makeover zu verpassen. Bis zur Mitte der 2030er Jahre sollen gestärkte Korridore entstehen, die sich durch ihre Resistenz gegen Störungen auszeichnen. Hamburg-Berlin, mit 30.000 täglichen Fahrgästen, bildet das Rückgrat im deutschen Streckennetz. Für diese bedeutende Baumaßnahme stehen 2,2 Milliarden Euro im Raum, die nicht nur in die Erneuerung von Gleisen, sondern auch in die Renovierung von 28 Bahnhöfen fließen.

