Nächste pikante Affäre

Ärger bei Frankreichs Biathletinnen: Ziemlich beste Feinde

01. Dezember 2025, 11:15 Uhr · Quelle: dpa
Julia Simon und Justine Braisaz-Bouchet (r)
Foto: Martin Schutt/dpa
Eiszeit: Julia Simon und Justine Braisaz-Bouchet (r) beschränken ihren Kontakt auf ein Minimum. (Archivbild)
Frankreichs Biathletinnen stecken in neuen Turbulenzen durch Vorwürfe der Sabotage. Der Skandal wirft einen Schatten auf die kommende Saison.

Östersund (dpa) - Dass Frankreichs Biathletinnen schon zum Saisonstart in Olympia-Form sind, wurde schnell zur Nebensache. Auch nach dem gerichtlich beendeten Betrugs- und Kreditkartenskandal um Julia Simon kommt das Team nicht zur Ruhe, denn längst ist die nächste pikante Affäre in den Fokus gerückt. Hat Jeanne Richard in der Vorsaison mutwillig das Gewehr ihrer Teamkollegin Océane Michelon manipuliert, um daraus einen Vorteil zu ziehen?

Medienberichte der vergangenen Wochen legen diesen wohl einmaligen Vorfall nahe, der sich kurz vor Ende des letzten Winters auf der slowenischen Pokljuka ereignet haben soll. Angeblich habe Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet das sogar beobachtet, schrieb das Portal «Dicodusport». Michelon und Richard kämpften zu diesem Zeitpunkt um das blaue Trikot der besten U23-Athletin im Weltcup. Am Ende setzte sich Michelon mit nur fünf Punkten Vorsprung hauchdünn durch.

Richard: Habe eigene Meinung, die ich für mich behalte

In Östersund standen Richard und Michelon jetzt nebeneinander im Ziel und sollten sich über den dominanten Auftaktsieg mit der Frauenstaffel freuen. Die eher zurückhaltenden Gesten boten dabei viel Raum für Interpretation. Genauso wie die Sätze, die sie anschließend am ARD-Mikrofon sagten. «Ich kenne die Geschichte, habe davon gehört. Das verletzt mich sehr. Aber ich habe meine eigene Meinung, die ich für mich behalte», sagte die 23 Jahre alte Richard und gab sich unschuldig.

Nachdem von den Franzosen nach Angaben der ARD zunächst keine Nachfragen zu diesem Thema zugelassen wurden, konnten die Fragen von den internationalen Fernsehteams demnach erst nach Intervention des Weltverbandes gestellt werden. Aufklärung brachte das aber nicht. «Wir hören eine Menge Geschichten über unser Team. Aber heute und auch in Zukunft ist es am wichtigsten, dass wir uns auf die Saison konzentrieren», antwortete Michelon und sagte gleichzeitig nichts.

Frankreichs Verband äußerte sich kryptisch

Der französische Skiverband FFS ist bemüht, die vermeintliche Affäre möglichst kleinzuhalten - und äußerte sich selbst nicht klar. Zwar hatte der Verband im November in einem kryptischen Statement bestätigt, dass es einen Verstoß gegen die internen Regeln gab, der im Sommer zu einer Suspendierung geführt hatte. Konkreter wurde es aber nicht. Stattdessen hieß es auch: «Im Gegensatz zu gewissen Gerüchten, die in diversen Medien zirkulieren, wurde kein Fehlverhalten zwischen zwei Athletinnen des französischen Biathlon-Teams festgestellt.»

Braisaz-Bouchet: «Man muss nicht befreundet sein»

Trotzdem spricht keiner klar darüber. Richard fehlte im Sommer zu Beginn jedenfalls in Frankreichs Trainingslager, was zu Spekulationen führte. Ein offizieller Grund wurde nicht genannt. «Man muss nicht befreundet sein, um gute Leistungen zu zeigen», sagte Braisaz-Bouchet derweil. Sie ergänzte beim schwedischen Sender SVT ausweichend: «Außerhalb der Arena verbringe ich meine Zeit nur mit positiven Menschen. Ich konzentriere mich, wie schon in den letzten Jahren, auf meine eigene Leistung, meine Karriere, meine Familie und meine Tochter. Das hat Priorität.»

Die 29-Jährige stand zuvor auch im Zentrum des Skandals um Julia Simon. Die zehnmalige Weltmeisterin Simon war vom Strafgericht in Albertville gerade zu einer dreimonatigen Haftstrafe auf Bewährung und einer Geldstrafe in Höhe von 15.000 Euro verurteilt worden. Sie hatte mit gestohlenen Kreditkartendaten von Braisaz-Bouchet sowie einer Physiotherapeutin mehrfach im Internet Waren im Wert von rund 2.500 Euro eingekauft. Auch weitere Teammitglieder waren betroffen, stellten aber keine Anzeige. Simon entschuldigte sich mittlerweile und gestand alles, nachdem sie die Taten lange vehement abgestritten hatte.

Zweieinhalb Jahre hatte der Fall Frankreichs Team schwer belastet und auch die Trainer an die Grenzen bracht. Sie mussten die Auswahl zusammenhalten, obwohl es unüberwindbare Differenzen gab. Beachtlich bleibt, dass das alles keine Auswirkungen auf die sportlichen Leistungen hatte, denn Frankreich hat eine Vielzahl an Top-Athletinnen. Lou Jeanmonnot führte in Schweden erst die Frauen- und dann die Mixedstaffel zum Weltcupsieg. Ob Coach Cyril Burdet trotz aller Erfolge nach Olympia aber weitermacht, ist offen.

Gesperrte Simon schon beim nächsten Weltcup zurück

Nach ihrer Verurteilung war Simon vom Verband im November auch noch mit einem sechsmonatigen Wettkampf- und Trainingsverbot belegt worden - allerdings wurden fünf Monate davon nur auf Bewährung ausgesprochen. Einem Start bei den Olympischen Winterspielen im Februar 2026 in Südtirol steht nichts im Weg. In Östersund, wo am Dienstag (15.30 Uhr/ZDF und Eurosport) das erste Einzelrennen der Frauen ansteht, fehlt Simon noch, schon beim nächsten Weltcup in Hochfilzen wird die 29-Jährige aber wieder dabei sein.

Das Team ist derart gut aufgestellt, dass Simons Fehlen zum Start kaum auffiel, trotzdem wird sie sich ziemlich sicher einen Platz im Olympia-Team sichern. Zur guten Stimmung wird das nicht beitragen, dem Vernehmen nach ist die neunmalige Weltcupsiegerin nach ihren Taten ziemlich isoliert. «Diese Situation belastet das Frauenteam und den französischen Biathlon im Allgemeinen schwer», sagte Frankreichs Biathlon-Ikone Martin Fourcade. «Es beeinträchtigt das gesamte Team schon viel zu lang.»

Und der neuerliche Skandal lässt die erhoffte Ruhe in weite Ferne rücken.

Biathlon / Wintersport / Weltcup / Schweden / Deutschland / Frankreich
01.12.2025 · 11:15 Uhr
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