Zukunft des Qualitätsjournalismus: Vertrauen, Relevanz und neue Geschäftsmodelle
Beim Netzwerktreffen "The Future of German Media" organisierte die Verlagsgruppe Madsack in Hannover eine Diskussion über die Zukunft des Qualitätsjournalismus. Vor prominenten Vertreterinnen und Vertretern der Medienbranche wurde der Fokus auf zwei essenzielle Faktoren für hochwertigen Journalismus gelegt: Vertrauen und Relevanz. Thomas Düffert, Geschäftsführer von Madsack, sprach in seinem Eröffnungsstatement über das bevorstehende Ende der gedruckten Zeitungen, das er im Jahr 2033 sieht. Er sieht darin jedoch nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance, sich von traditionellen Produktionszwängen zu befreien.
Hannah Suppa, Chefredakteurin der "Leipziger Volkszeitung", hat bereits auf eine digitalere Ausrichtung umgestellt und betonte die Notwendigkeit, sich vom Printgeschäft zu lösen. Düffert ist überzeugt, dass Abo-Modelle der richtige Weg in die digitale Zukunft sind, da sie Lesern ermöglichen, häufiger und intensiver mit den Medien zu interagieren. Dies mache sie auch relevanter für die Werbewirtschaft.
Florian Harms, Chefredakteur von "T-Online", widersprach dieser Strategie und plädierte dafür, auch kostenlosen Zugang zu qualitativ hochwertigen Informationen anzubieten, um alle Nutzergruppen zu erreichen. Julia Becker, Aufsichtsratsvorsitzende der Funke Mediengruppe, unterstrich die Verantwortung, die Medienlandschaft zu bewahren und gleichzeitig die Markenrelevanz zu steigern.
Der Austausch zeigte auch strategische Ansätze zur überregionalen Inhaltsvernetzung, wie sie Madsacks Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) bereits praktiziert. Funke verfolgt einen ähnlichen Ansatz, um kleineren Verlagen Inhalte zu angemessenen Konditionen zur Verfügung zu stellen, so Becker. Auch Influencer und Digitalexperten wie Fabien Grischkat und Philipp Westermeyer waren anwesend und empfahlen eine stärkere Präsenz in sozialen Medien sowie experimentierfreudige Ansätze zur Gewinnung neuer Leserschaften.

