Zollstreit: US-Indien-Beziehungen unter Druck
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, Indien mit mindestens 25 Prozent Zöllen und einer zusätzlichen „Strafe“ zu belegen, hauptsächlich wegen seiner Handelsbeziehungen mit Russland. Der Vorwurf: Indien beziehe einen bedeutenden Teil seiner Militärausrüstung aus Russland und sei neben China einer der größten Abnehmer russischer Energie.
Diese Entscheidung fällt in einer Phase erhöhter Spannungen, in der weltweit darauf gedrängt wird, dass Russland seine militärischen Aggressionen in der Ukraine beendet. Trump kritisiert zudem die als zu hoch empfundenen Zölle Indiens. Die indische Regierung zeigt sich besorgt und untersucht die potenziellen Auswirkungen von Trumps Ankündigungen, wie das Handelsministerium in Neu-Delhi mitteilte.
Trotz der aktuellen Entwicklungen hält Indien an den Verhandlungen über ein „faires, ausgewogenes und für beide Seiten vorteilhaftes bilaterales Handelsabkommen“ fest. Im Februar hatten sich Trump und Indiens Premierminister Narendra Modi ambitionierte Ziele gesetzt, den bilateralen Handel bis 2030 auf 500 Milliarden Dollar zu steigern. Dennoch stocken die Verhandlungen, unter anderem wegen Uneinigkeiten über den Zugang zum indischen Markt für Agrar- und Milchprodukte, wie aus Berichten der indischen „The Economic Times“ hervorgeht.
Trump beabsichtigt, mit seiner Maßnahme den Druck auf Russland zu erhöhen und in Übereinstimmung mit der US-Regierung ab dem 1. August für diverse Länder höhere Zölle einzuführen. Für Indien bedeutet dies jedoch auch eine zusätzliche Belastung durch die angekündigte „Strafe“. Eine 10-Tage-Frist wurde ab Dienstag angesetzt, um die neuen, erhöhten Zölle für Russlands Handelspartner in Kraft zu setzen.

