SMS, Chatnachrichten & Anrufe

Zehntausende Beschwerden über Rufnummernmissbrauch

08. Februar 2026, 05:05 Uhr · Quelle: dpa
Betrugs-SMS
Foto: Wolf von Dewitz/dpa
Bei der Bundesnetzagentur gingen im vergangenen Jahr 85.158 Beschwerden zu Rufnummernmissbrauch ein.
«Wir haben viel Krypto-Währung von Ihnen verbucht - für Zugriff darauf drücken Sie die 1.» Solchen Ansagen sollte man nicht trauen - es geht um Anruf-Abzocke, die weit verbreitet ist in Deutschland.

Bonn (dpa) - Der Ärger über SMS, Chatnachrichten und Anrufe von Betrügern hat sich einer Statistik zufolge zwar abgeschwächt, er ist aber noch immer weit verbreitet. Wie die Bundesnetzagentur in Bonn mitteilte, gingen bei ihr im vergangenen Jahr 85.158 Beschwerden zu Rufnummernmissbrauch ein. 2024 waren es mit 154.624 kritischen Wortmeldungen fast doppelt so viele gewesen, was ein Rekord gewesen war. Einen Grund für den deutlichen Rückgang der Beschwerden nennt die Aufsichtsbehörde nicht.

Bei solchen Abzocke-Versuchen geht es großteils um SMS - etwa um ein Paket, für dessen Erhalt man noch eine angebliche Zollgebühr zahlen solle. Außerdem nehmen Betrüger über Chatnachrichten Kontakt mit ihren Opfern auf oder sie rufen an.

Die 2024 noch stark verbreiteten Paket-Betrugsversuche haben im vergangenen Jahr abgenommen, so manch Krimineller steuerte offenbar um. Wegen des Rufnummernmissbrauchs schaltete die Netzagentur rund 6.200 Rufnummern ab und damit ähnlich viele wie ein Jahr zuvor. Für gut 2.000 Rufnummern wurden Verbote verhängt, Zahlungen für unrechtmäßige Kosten einzufordern.

Enkeltrick rückläufig

«Wir schützen Verbraucherinnen und Verbraucher wirksam vor Rufnummernmissbrauch», sagt Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller. «Für die Verfolgung von und den Kampf gegen Ärger mit Rufnummern sind wir auf die Hinweise der Bürgerinnen und Bürger angewiesen.»

Außerdem beschwerten sich im vergangenen Jahr viele Bürgerinnen und Bürger über automatische Bandansagen, teure Warteschleifen, Router-Hacking und Fake-Hotlines. Der sogenannte Enkeltrick ist seit einigen Jahren den Angaben zufolge rückläufig. Hierbei nimmt ein Betrüger per SMS oder Chatnachricht Kontakt auf und gibt sich als ein Familienmitglied aus, das dringend Geld brauche. Manchmal werden auch nur persönliche Daten des Opfers eingefordert, die später für andere Abzocke-Arten genutzt werden. 

Netzbetreiber haben Warnsysteme installiert

Möglicherweise liegt der deutliche Rückgang an Beschwerden über Rufnummernmissbrauch auch daran, dass Betrüger es inzwischen etwas schwerer haben als früher. So hat der Netzbetreiber Vodafone im vergangenen Mai einen sogenannten Spam-Warner gestartet: Wird man von einer Telefonnummer angerufen, die bei Vodafone auf einer Liste potenzieller Krimineller ist, so bekommt man vorab den Hinweis «Vorsicht: Betrug möglich» auf dem Display. Der Angerufene kann den Anruf zwar trotzdem annehmen, ist dann aber gewissermaßen auf der Hut und lässt sich nicht so leicht abzocken. Die Deutsche Telekom hat inzwischen ein ähnliches Warnsystem gestartet.

Vodafone hat im vergangenen Jahr knapp 50 Millionen Betrugswarnungen auf die Smartphone-Displays der Nutzer des Vodafone-Netzes gesendet. Nach Erkenntnissen des Netzbetreibers gehen dank der Warnung viel weniger Menschen ans Telefon als ohne Warnung. «Viele Menschen werden umsichtiger, weil sie häufiger auf mögliche Gefahren im Netz hingewiesen werden», sagt Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot. «Neue Technologien schützen vor Betrugsmaschen, noch bevor sie Schaden anrichten können.»

Telekommunikation / Internet / Verbraucher / Kriminalität / Deutschland / Bundesnetzagentur / Warnsysteme
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