Star Wars Jedi 3: Neue Cal-Kestis-Gerüchte blenden das Chaos bei Respawn komplett aus
Star Wars Jedi 3 soll nach neuen Leaks einen älteren Cal Kestis zeigen und ging unmittelbar nach Survivor in Produktion – das zumindest streuen die Insider Tom Henderson und Jeff Grubb in ihren Podcasts. Die Schlagzeilen klingen nach einem sauber durchgeplanten Trilogie-Abschluss. Doch was beide verschweigen: Respawn Entertainment hat seit 2023 einen Director-Abgang, 300 Entlassungen, zwei gecancelte Projekte und eine „Allzeittief“-Moral hinter sich. Wer also glaubt, hier laufe alles nach Plan, übersieht den Scherbenhaufen, auf dem Jedi 3 angeblich gerade gebaut wird.
Älter, aber nicht Yoda: Was Hendersons vager Leak tatsächlich hergibt
Tom Henderson, Chefredakteur von Insider Gaming, ließ im wöchentlichen Podcast eine Info fallen, die er selbst mit einem Schulterzucken versah: „Ich meine, das war vor etwa einem Jahr oder so, aber ich habe gehört, dass Cal älter sein wird. Ich weiß nicht, ob sie einen kleinen Zeitsprung machen.“ Mehr Substanz hat der Leak nicht. Der Charakter werde nicht so alt sein, dass er sein Lichtschwert als Gehstock benutze – „nicht so, wie es bei Yoda gelaufen ist, aber ihr versteht schon.“
Das ist die gesamte Informationsbasis. Ein „vor etwa einem Jahr“ gehörter, nicht verifizierter Schnipsel, den Henderson nicht einmal mit einem konkreten Altersfenster unterfüttert. Survivor spielte bereits fünf Jahre nach Fallen Order und zeigte einen sichtbar ausgelaugten, vom ständigen Kampf gegen das Imperium gezeichneten Cal. Ein noch größerer Zeitsprung wäre narrativ folgerichtig – aber das macht das Gerücht nicht wahrer.
Jeff Grubb von Giant Bomb legte im Game Mess Mornings-Podcast nach: Jedi 3 sei „sofort nach dem zweiten Teil in Produktion gegangen. Schon fast bevor das passiert ist. Jeder, der involviert war, wusste, dass sie ein drittes Spiel machen würden. Sie wollten eine Trilogie.“ Eine schlüssig klingende Behauptung – bis man sie neben Respawns tatsächliche Projektliste legt.
Der Director ist weg, der FPS ist tot, die Moral am Boden – und keiner spricht darüber
Stig Asmussen verließ Respawn im September 2023. Der Director von Fallen Order und Survivor – der Mann, der Cals gesamte Identität, Tonlage und narrative Architektur definierte – ging nur fünf Monate nach Survivors Launch. Er gründete Giant Skull und kündigte ein D&D-Spiel für Wizards of the Coast an. Giant Skull hat inzwischen selbst erlebt, wie Hasbro sein D&D-Projekt ersatzlos strich. Asmussen sitzt ohne Projekt da, während sein altes Team ohne ihn Jedi 3 baut – eine Ironie, die Respawn nicht thematisiert.
Bis heute hat Respawn keinen Nachfolger für Asmussen öffentlich benannt. Kein neuer Game Director, kein Creative Director. Für ein Spiel, das angeblich seit drei Jahren in Vollproduktion läuft, ist das ein alarmierendes Schweigen.
Parallel zu dieser kreativen Vakanz lief bei Respawn ein zweites Projekt: Der Star-Wars-Ego-Shooter, den Respawn parallel entwickelte, wurde von EA gestrichen – im Februar 2024, zusammen mit 300 Entlassungen, die EA-weit auch Respawn trafen. Grubbs Behauptung, Jedi 3 sei „sofort“ und mit voller Kraft nach Survivor angelaufen, ignoriert, dass ein signifikanter Teil des Studios mit einem Shooter beschäftigt war, den EA dann killte.
Zusätzlich:
- Black Panther, das Projekt von Respawns Schwesterstudio Cliffhanger Games, wurde komplett gecancelt
- Zwei Inkubationsprojekte bei Respawn wurden laut IGN ebenfalls eingestellt
- Patrick Wren, der die Stimmung bei Respawn als „Allzeittief“ bezeichnete, eine Aussage, die er als Senior Encounter Designer von Survivor mit voller Absicht öffentlich machte
In diesem Umfeld einen Trilogie-Abschluss zu stemmen, der Survivors Ambition übertrifft, ist nicht ambitioniert – es grenzt an Realitätsverweigerung.
Zwischen Themenpark-Sprechern und Schauspieler-Slips: Was wir wirklich über Jedi 3 wissen
Tim Gettys‘ kühne Mai-Prognose – Ankündigung im Mai, Release im September – ist Ende Mai 2026 klanglos gescheitert. Kein Trailer, kein Teaser, kein Logo. Die Prognose basierte auf dem Muster von Fallen Order (2019) und Survivor (2023), die beide im selben Jahr angekündigt und veröffentlicht wurden. Dass dieses Muster unter den aktuellen Studiobedingungen nicht reproduzierbar ist, war vorhersehbar.
Der einzige wirklich belastbare Fakt in dieser Gemengelage stammt nicht von anonymen Insidern: Cameron Monaghan selbst bestätigte bereits 2024, dass ein drittes Jedi-Spiel in Arbeit ist. Sein Wort hat mehr Gewicht als Podcast-Geraune – er ist der Mann hinter Cal und vertraglich an das Projekt gebunden.
Das ominöse „Lucasfilm-Statement“, das der Rohartikel zitiert, entpuppt sich bei genauem Hinsehen als Disney-Vertreter im Rahmen eines Themenpark-Gesprächs – ein Sprecher, der auf die Frage nach Cal-Auftritten in Galaxy’s Edge mit „Sag niemals nie“ und „wir haben mehr Cal-Geschichten in Arbeit“ antwortete – das als Jedi-3-Bestätigung zu framen ist journalistisch fragwürdig. „Mehr Cal-Geschichten“ kann alles bedeuten: Comics, Romane, einen animierten Kurzfilm. Cal existierte bereits in Manga-Adaptionen und LEGO-Star-Wars-Specials. Aus einem Themenpark-Statement eine Spielbestätigung zu machen, zeugt von kreativer Quelleninterpretation.


