Wintersturm "Elli" bringt den Norden Deutschlands zum Erliegen
Der Wintersturm "Elli" erweist sich als ein dynamisches Wetterereignis, das derzeit große Teile Deutschlands fest im Griff hat. Insbesondere der Norden wird von starken Schneefällen heimgesucht. Dies veranlasste die Deutsche Bahn, den Fernverkehr im Großraum Hannover vorübergehend einzustellen. Laut einer Pressemitteilung der Bahn sei der komplette Schienenverkehr dort bis mindestens Mittag betroffen, da Hannover zu den bedeutendsten Verkehrsknotenpunkten zählt. Sicherung von Passagieren, Mitarbeitern und Fahrzeugen habe oberste Priorität, weshalb zusätzliche Aufenthaltszüge an den Bahnhöfen bereitstünden.
Auch auf den Straßen zeigt sich das Winterwetter von seiner unnachgiebigen Seite. Der Deutsche Wetterdienst mahnt zur Vorsicht vor eisglatten und verschneiten Straßen in zahlreichen Regionen. Die Folge: In mehreren Städten ruht der öffentliche Nahverkehr, insbesondere der Busverkehr, aus Sicherheitsgründen. Auf den Straßen Westdeutschlands dagegen herrscht eine ungewohnte Ruhe, da viele Autofahrer die Unwetterwarnungen ernst nehmen und auf Fahrten verzichten.
Nichtsdestotrotz kommt es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, besonders auf den Autobahnen in Osthessen und Unterfranken. Dort sind Autobahnen wie die A7, A4 und A5 durch querstehende oder festgefahrene Lastwagen blockiert. Der Lkw-Verkehr erweist sich hier als das eigentliche Problemkind. Sowohl Räumfahrzeuge als auch das Technische Hilfswerk sind unermüdlich im Einsatz, um die Lage zu entschärfen.
Meteorologen wie David Menzel vom Deutschen Wetterdienst beschwichtigen jedoch die Gemüter: "Elli" sei keineswegs ein außergewöhnliches Ereignis, sondern ein typischer winterlicher Sturm. Nichtsdestotrotz gilt für weite Teile des Landes, insbesondere im Norden und in den Mittelgebirgen, eine Unwetterwarnung. Bis zu 20 Zentimeter Neuschnee könnten fallen, besonders in den Staulagen der Mittelgebirge. Die Schneefälle sollen voraussichtlich am Nachmittag und Abend zurückgehen.
Unterdessen kämpft der Fernverkehr der Bahn weiterhin mit möglichen Verspätungen und Zugausfällen. Kunden wird geraten, ihre Reisen nach Möglichkeit zu verschieben und bereits gekaufte Tickets zu einem späteren Zeitpunkt zu nutzen. Die Flughäfen bleiben vorerst unbeeindruckt: In Frankfurt, dem Dreh- und Angelpunkt des deutschen Luftverkehrs, laufen die Starts und Landungen planmäßig, die Situation wird jedoch laufend beobachtet.
Ein anderer Bereich ist ebenfalls betroffen: Der Fährverkehr an der niedersächsischen Nordseeküste. Aufgrund des starken Ostwinds, der das Wasser von der Küste wegdrückt, sind einige Inseln wie Langeoog oder Norderney momentan nicht per Schiff erreichbar. Der Wind beeinträchtigt die Fährverbindungen erheblich.
Schüler können sich mancherorts über einen spontanen freien Tag freuen: In einigen Bundesländern wie Hamburg, Niedersachsen oder Bremen fällt der reguläre Schulbetrieb aus. Distanzunterricht und Notbetreuung für jüngere Kinder sind teils kurzfristig eingerichtet worden, da der Schulverkehr nicht mehr zuverlässig gewährleistet werden kann.

