"Diagnose Multiple Sklerose. Jetzt erst recht!": Der Welt-MS-Tag zeigt Chancen und Handlungsbedarf
Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) informiert, ermutigt und verbindet mit MS-Experten

20. Mai 2026, 16:00 Uhr · Quelle: LifePR
Foto: LifePR
Das Logo zum Welt-MS-Tag 2026
Der Welt-MS-Tag am 30. Mai macht auf die Lage von MS-Erkrankten aufmerksam und zeigt, wie ein aktives Leben mit der Erkrankung gelingen kann.

Hannover, 20.05.2026 (lifePR) - Der Welt-MS-Tag rückt am 30. Mai zum 18. Mal die Situation und Anliegen der weltweit 2,9 Millionen MS-Erkrankten in den Vordergrund, deckt Versorgungslücken auf und bietet Betroffenen ein Sprachrohr. Prominente Gesichter und positive Beispiele machen Mut, wie Rockstar Aaron von Billy Talent, die ehemalige Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Bundespräsident a.D. Christian Wulff, Sohn einer an MS erkrankten Mutter.

Rund 280.000 Menschen leben in Deutschland mit Multipler Sklerose – kurz MS. Jährlich werden 15.000 Frauen und Männer neu mit der Diagnose konfrontiert. Meist wird die Erkrankung im Alter zwischen 20 und 40 Jahren entdeckt, also in einer Lebensphase, in der Familie, Beruf und Zukunftspläne im Fokus stehen. Doch dank moderner Therapien und einem aktiven Krankheitsmanagement können viele Menschen mit MS ein langes und erfülltes Leben führen. Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) zeigt zum Welt-MS-Tag wie.

In einer interaktiven Kampagne wollen wir veranschaulichen, welche Fragen Menschen mit MS und ihre Angehörigen bewegen. Zahlreiche Veranstaltungen von DMSG-Bundesverband, den Landesverbänden und den zahlreichen Kontaktgruppen laden zum Mitmachen ein.

Diagnose Multiple Sklerose. Jetzt erst recht!  

Unter diesem Motto stellt die DMSG zum Welt-MS-Tag Menschen und deren Wege im Umgang mit der MS vor. Sie wissen am besten, wie MS den Alltag verändern kann. Im Rahmen des Welt-MS-Tags berichten sie aus eigener Erfahrung, wie ein erfülltes Leben auch mit der noch unheilbaren Erkrankung gelingen kann und wo Hilfe zu finden ist.

Chancen erkennen und nutzen: Du bist nicht alleine! Die DMSG hilft!

Diese Botschaft steckt im Motto „Diagnose MS: Jetzt erst recht!“, das bundesweit zur Teilnahme einlädt. Auf Grundlage des von der Multiple Sclerosis International Federation (MSIF) festgelegten internationalen Rahmenthemas „Meine MS-Diagnose“ hat der DMSG-Bundesverband das Motto für Deutschland in einem Wettbewerb ermittelt. Erdacht haben das Motto Mareike und Janis Bikos, Eltern in einer Patchwork-Familie, die sich auch mit der MS-Erkrankung des Vaters kleine Träume verwirklicht – wie eine Reise nach Griechenland.

Jetzt erst recht - leben, lieben, reisen, Träume erfüllen in Beruf und Freizeit

Im Disneyland einen Heiratsantrag machen: „Warum nicht?“, sagt Romina. Mit dem E-Rolli auf einem norwegischen Postschiff unterwegs ist Petra. Sabrina wagte den Neustart im Beruf. Andere schreiben einen Song, kreieren einen Podcast oder halten ihre Erfahrungen schriftlich fest. „Jetzt erst recht“ haben sie im Leben mit MS neue Perspektiven entwickelt und sprechen darüber.

Christian Wulff, Bundespräsident a.D. und Schirmherr der DMSG berichtet aus der Perspektive eines Angehörigen

"Nach der MS-Diagnose meiner Mutter war die Unterstützung durch die Gemeinschaft vor Ort entscheidend für uns. Meiner Familie und mir wurde von unterschiedlichsten Menschen geholfen. Von einer Nachbarin, einer Studentin, die uns ein- oder zwei Mal die Woche zu Mittag mit dem Kochen half, von Mitgliedern der Kirchengemeinde, von Lehrern und Mitmenschen - ohne Aufforderung, aus eigener Hilfsbereitschaft. Auch konnte ich mich an den DMSG-Landesverband wenden. Diese Erfahrung war unvergesslich, lebensprägend - die wichtige Rolle von ehrenamtlichem Engagement, wie viele Menschen bereit sind, anderen zu helfen, ganz uneigennützig. Und wie dadurch der Umgang mit Erkrankungen erleichtert und zum Teil gemildert werden kann. Hinzu kommt auch, dass andere Schicksale gewahr werden, dass Menschen erfahren, wie es anderen geht, ein Gefühl füreinander bekommen. Man schenkt Zeit und Energie, man erhält aber auch viel zurück: Dankbarkeit, Lebensglück, Gemeinschaft, Freundschaft."

Malu Dreyer gehört zu den bekanntesten deutschen Politikerinnen. 1995 erhielt sie die Diagnose MS.

Sie setzte sie ihre politische Karriere „jetzt erst recht“ fort und sprach offen über ihre Situation. So zeigte die ehemalige Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, dass auch Menschen mit chronischen Erkrankungen verantwortungsvolle Spitzenämter ausüben können. Zum Motto des Welt-MS-Tags sagt sie:

„In dem Motto „Jetzt erst recht!“ spiegelt sich die Willenskraft, und das Zutrauen, das es braucht, um ein neues, ein anderes aber unvermindert schönes Leben für sich zu gestalten. Welche Kraftquellen man dazu findet, ob es die Familie, FreundInnen, Gottvertrauen, die Natur oder anderes ist, das bleibt sehr individuell. Es lohnt sich, sich darüber zu vergewissern. Kraftquellen haben mir in schwierigen Situationen immer geholfen.“

Aaron, Drummer der kanadischen Rock-Band Billy Talent beschreibt, wie er es geschafft hat mit MS auf den größten Bühnen der Welt zu spielen. Jetzt mehr denn je:

Now more than ever. Wenn ich über meine Zeit mit dieser Krankheit namens MS nachdenke, versuche ich jetzt mehr denn je, all meine Erfolge seit der Diagnose zu betrachten. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir fällt es leicht, mich in negativen Gedanken über die Vergangenheit zu verlieren. Wenn meine Gedanken in diese Richtung gehen, versuche ich, den positiven Momenten der Vergangenheit mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn ich an den Tag zurückdenke, an dem bei mir MS diagnostiziert wurde, muss ich lächeln, weil ich mich davon nicht von meinen Träumen abbringen ließ. Ich glaube, das Beste, was ich getan habe, war, frühzeitig mit einer DMT-Behandlung zu beginnen. Außerdem habe ich mich mit Menschen umgeben, die mich liebten und mir halfen. Meine Frau Janet war an dem Tag bei mir, als ich von der MS erfuhr.  Sie war auch bei mir, als ich es meinen drei engsten Freunden, Ian, Jon und Ben, erzählte. Das war im Jahr 1997. Jetzt ist es 2026 und diese vier Menschen sind immer noch täglich Teil meines Lebens. Meine Frau hat mir die Kraft gegeben, nach vorne zu schauen und eine Familie zu gründen. Meine Bandkollegen haben mir die Kraft gegeben, Schlagzeuger einer tourenden Rockband zu sein. Ich erinnere mich daran, als wir uns in der neunten Klasse kennengelernt haben. Wir haben davon geträumt, und es ist wahr geworden." Aktuell spielt Billy Talent in Deutschland bei großen Open air-Festivals. Mehr über seine Gruppe für junge MS-Erkrankte (FUMS) auch in Deutschland berichtet Aaron auf der Website zum Welt-MS-Tag: welt-ms-tag.dmsg.de.

Mehr über prominente und ermutigende Beispiele lesen Sie am 30. Mai auf www.dmsg.de.

Wie kann die DMSG MS-Erkrankten und ihren Angehörigen helfen, Pläne "jetzt erst recht!" umzusetzen?

"Wir helfen mit individueller Beratung bei der Krankheitsbewältigung und beim Austausch mit anderen Betroffenen", erklärt Prof. Dr. med. Judith Haas, DMSG-Vorsitzende. "Die DMSG informiert MS-Erkrankte immer aktuell über gesunden Lebensstil, soziale Rechte und medizinischen Fortschritt, damit jeder auch mit MS seine individuellen Möglichkeiten ausschöpfen kann. Die Entwicklungen im Bereich der MS-Therapie lassen hoffen, dass es in Zukunft immer leichter werden wird, seine Ziele im Leben mit MS realisieren zu können. Die zur Verfügung stehenden Immuntherapien ermöglichen schon heute langanhaltende Schubfreiheit, aber auch das spätere Fortschreiten der Behinderung aufzuhalten."

Teilhabe: Jetzt erst recht!

Ulf Blohm und Simone Sengstock aus dem DMSG-Bundesbeirat MS-Erkrankter fordern "eine Gesellschaft, die uns sieht, wertschätzt und Teilhabe ermöglicht. Wir sind vielfältig in unseren Körpern, Biografien und Wegen und verlangen Versorgung, Forschung und eine Politik, die diese Vielfalt endlich erstnehmen. Nicht, um zu kämpfen, sondern um mit MS zu leben."

Wissen macht stark: Willkommen zur Experten-Sprechstunde

Was MS-Erkrankte und ihre Angehörigen über Krankheitsverlauf, Behandlungsmöglichkeiten und das Leben mit MS wissen sollten, verraten renommierte MS-Experten aus dem Ärztlichen Beirat der DMSG in einer bundesweiten Telefonaktion am 28. Mai 2026 zwischen 16 und 19 Uhr. Der Anruf unter 0800 – 0 60 40 00 ist aus allen deutschen Netzen gebührenfrei.

Die Experten informieren umfassend und neutral stellen jedoch keine telefonischen Diagnosen und sprechen keine Therapieempfehlungen aus. Persönliche Daten der Anrufer werden nicht gespeichert bzw. aufgenommen.

Zu den Experten gehört auch der Vorsitzende des Ärztlichen Beirats der DMSG, Prof. Dr. Ralf Gold, Leiter der Neurologie am St. Josef Hospital, Kliniken der Ruhr Universität Bochum. Er ermutigt, auch Fragen zu neuen Wirkstoffen zu stellen.

Schon jetzt können Sie Fragen öffentlich stellen. Einfach eine Mail mit einem Bild und Ihrer Frage an [email protected] schicken.

Wettbewerb zur Umsetzung des Mottos 

Sie kennen Menschen, die mit ihrem Umgang mit der Diagnose MS beeindrucken? Oder Sie möchten mit ihren eigenen Erfahrungen anderen Menschen Mut machen?
Dann melden Sie sich. In einem Wettbewerb können die Teilnehmer ihrer Interpretation zum Motto "Diagnose MS. Jetzt erst recht" Gestalt verleihen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt – ob Video, Ausstellung, Gedicht, Song, oder Geschichte. Die Beiträge bitte bis zum 15. Juni per Mail an [email protected] schicken. Eine prominente Jury wählt die Gewinner, die Prämierung erfolgt im Rahmen eines Festaktes.

Ein Dankeschön geht an die DAK-Gesundheit, von der die Produktion der Info-Materialien im Rahmen der Projektförderung der Krankenkassen gefördert wird. Die Kooperation mit der Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände (ABDA) ermöglicht es, die Plakate, Infoblätter und Postkarten bundesweit in Apotheken auszulegen.

Weitere Informationen und Material zu Aktionen und Veranstaltungen der Landesverbände und Kontaktgruppen, Videos, Radio-Spots sowie ein Fragen-Tool zum Thema MS sind auf der DMSG-Website zum Welt-MS-Tag zu finden: welt-ms-tag.dmsg.de/

Call to action:

Noch immer dauert es zu lange bis zur MS-Diagnose

Anlässlich des Welt-MS-Tags rufen die DMSG, Bundesverband e.V. und die weltweite MS-Gemeinschaft (MSIF) zu dringenden Maßnahmen auf, um sicherzustellen, dass die aktualisierten McDonald-Kriterien in jedem Land verstanden, umgesetzt und angewendet werden, damit Menschen mit MS früher diagnostiziert werden können.

Warum dies wichtig ist

Wird MS frühzeitig diagnostiziert, können Betroffene mit einer krankheitsmodifizierenden Behandlung beginnen, die dazu beitragen kann, das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und die Lebensqualität zu verbessern.
Dank der Fortschritte bei der Diagnose von MS können Betroffene heute früher als je zuvor diagnostiziert werden. Dennoch warten weltweit viele Menschen immer noch Monate oder sogar Jahre auf eine Diagnose und eine Erklärung ihrer Symptome, insbesondere in ressourcenarmen Regionen, wo der Zugang zu ausgebildeten Fachärzten, Diagnosegeräten und nationalen Diagnoseleitlinien nach wie vor begrenzt ist.

„Wir wissen heute besser denn je, wie man MS früher und genauer diagnostizieren kann. Doch viele Menschen warten immer noch zu lange auf Antworten, weil die Gesundheitssysteme mit diesen Fortschritten nicht Schritt gehalten haben“, sagte Lydia Makaroff, Geschäftsführerin der MS International Federation (MSIF).

Gesundheit & Medizin / Multiple Sklerose / Welt-MS-Tag / DMSG / MS-Diagnose / Teilhabe / MS-Therapie
[lifepr.de] · 20.05.2026 · 16:00 Uhr
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