Wasserkrise auf Mallorca: Balearen unter Dürrealarm
Die Wasserknappheit auf Mallorca nimmt dramatische Ausmaße an. Am stärksten betroffen ist die Region Pla de Mallorca im Inselinneren, wo nun der Dürrealarm verhängt wurde – die zweithöchste Warnstufe. Diese Maßnahme bringt erste Beschränkungen beim Wasserverbrauch mit sich, wobei die Details für Einwohner und Touristen noch festgelegt werden müssen. Die höchste Alarmstufe ist der Wassernotstand.
Auf dem gesamten Archipel herrscht laut der Balearen-Regierung nahezu flächendeckend Wasserknappheit. Über 88 Prozent des Gebiets sind in der sogenannten „Vorwarnstufe“. Lediglich Formentera weist noch normale Wasserverhältnisse auf. Im Juli sanken die Wasserreserven der Balearen auf 43 Prozent, ein Rückgang um fünf Prozentpunkte gegenüber Juni. Prognosen der Regierung lassen für August weitere Abnahmen der Grundwasserstände erwarten, während eine Besserung erst im Herbst in Aussicht steht.
Die Stadtverwaltung von Deià an Mallorcas Westküste hat bereits Maßnahmen ergriffen und unterbricht an bestimmten Wochentagen die Wasserversorgung in einigen Bereichen. Auch das renommierte Luxushotel La Residencia, das über einen großen Wassertank verfügt, ist betroffen. "Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel", kommentierte der stellvertretende Hoteldirektor Jordi Vicens, gelassen vorbereitet.
Die Region Pla, bekannt für ihren ländlichen Tourismus, steht vor besonderen Herausforderungen. Bewohner ohne Anschluss an das überregionale Leitungsnetz leiden am meisten, verstärkt durch den hohen Wasserbedarf in der Saison. Die Regionalregierung plant möglicherweise Pla als Notstandsgebiet auszuweisen, um eine Versorgung durch Tanklastwagen sicherzustellen. "Es ist eine unangenehme, aber notwendige Maßnahme", erklärte Pla-Präsidentin Joana Maria Pascual.

