Warnstreiks an Unikliniken: Patienten müssen sich auf Einschränkungen einstellen
In Nordrhein-Westfalen stehen die Unikliniken Köln, Bonn und Essen vor bevorstehenden Warnstreiks, zu denen die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hat. Die Arbeitsniederlegungen sind für den kommenden Dienstag und Mittwoch geplant. Im Kontrast dazu ist an der Uniklinik Düsseldorf lediglich ein eintägiger Streik am Dienstag vorgesehen. Diese Aktionen sind Teil der laufenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder.
Die Uniklinik Köln hat bereits angekündigt, dass es bei der Patientenversorgung zu erheblichen Einschränkungen kommen wird. Vor allem Patientinnen und Patienten, deren Behandlungen verschiebbar sind, werden die Auswirkungen zu spüren bekommen. Die Fachbereiche der Klinik haben hierzu Kommunikation mit den Betroffenen aufgenommen. Um weiterhin Notfälle versorgen zu können, ist eine Notdienstvereinbarung mit den Gewerkschaften getroffen worden.
Verdi NRW prognostiziert für die Uniklinik Köln den Wegfall von zwei Dritteln der geplanten Operationen am Dienstag. Auch an der Uniklinik Bonn wird erwartet, dass die Hälfte der Operationen entfällt. An der Uniklinik Düsseldorf sind ebenfalls Beeinträchtigungen im Ablauf absehbar. Die Gewerkschaft fordert ein "faires und verhandlungsfähiges Angebot" seitens der Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde Mitte Januar in Potsdam.
Verdi sieht die Verantwortung bei den Arbeitgebern: Die Verhandlungen wurden ohne konkretes Angebot seitens der Arbeitgeber gestartet, was den Unmut der Gewerkschaft weiter anheizt. Der stellvertretende Landesbezirkschef Frank Bethke betont, dass ein starker öffentlicher Dienst essenziell für einen funktionierenden und demokratischen Staat sei.
Für die Tarifbeschäftigten fordert Verdi sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich zur Stärkung der unteren Lohngruppen. Auch die Nachwuchskräfte und studentischen Beschäftigten sollen von besseren Konditionen profitieren.
In der kommenden Woche sind neben der Medizinsparte auch weitere Bereiche wie Hochschulen, Universitäten sowie die Landesverwaltung und Justiz von den geplanten Streiks betroffen.

