Freie Rede und Journalismus

Verlieren die USA in der Trump-Zeit die Meinungsfreiheit?

18. September 2025, 15:16 Uhr · Quelle: dpa
Nach dem Attentat auf Charlie Kirk debattiert Amerika intensiv über die Freiheit der Meinungsäußerung. Von TV-Moderators bis Journalisten steht die Pressefreiheit zunehmend unter Druck.

Washington/Los Angeles (dpa) - Auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar stockte vielen der Atem. JD Vance mahnte in einer Rede in Richtung der Europäer, dass beim Kampf gegen Desinformation nicht die Meinungsfreiheit leiden dürfe. Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten sagte damals - es war kurz nach dem Amtsantritt von Donald Trump - noch etwas anderes: Es gebe nun einen neuen Sheriff in Washington. Vance versicherte: Man möge mit Meinungen nicht einverstanden sein, man werde aber dafür kämpfen, das Recht zu verteidigen, diese öffentlich vertreten zu können.

Mehr als ein halbes Jahr später stehen die USA als ein zutiefst gespaltenes Land da. Der tödliche Schuss auf den rechtskonservativen Trump-Anhänger Charlie Kirk wirkt gerade in Teilen wie ein Brandbeschleuniger. Es ist eine heftige Debatte entbrannt: Werden in Amerika Stück für Stück die Meinungs- und die Pressefreiheit abgeschafft?

Late-Night-Talker müssen weichen

Sie gehören zu den bekannten TV-Gesichtern in den USA und ihre Late-Night-Talks sind legendär. Millionen schauen zu - es gibt auch viele Fans in Deutschland. Deshalb schlug die Nachricht nun wie eine Bombe ein: Die Talkshow von Jimmy Kimmel wird «auf unbestimmte Zeit» aus dem Programm genommen, teilte ABC US-Medien mit.

Hintergrund sind Äußerungen des Moderators über das Attentat auf Kirk. Medien berichteten, Kimmel habe in einer Sendung gesagt, dass die «Gang» Make America Great Again - also die Bewegung, die hinter Trump steht - versuche, mit Blick auf den Tatverdächtigen, dem eine linke Ideologie unterstellt wird, politisches Kapital schlagen zu wollen.

Der US-Präsident feierte den Schritt auf der Plattform Truth Social als «gute Nachrichten für Amerika». Der demokratische Gouverneur von Illinois, JB Pritzker, kritisierte hingegen: «Hier steht die Meinungsfreiheit auf dem Spiel.» Kimmel nimmt wie andere Late-Talker auch in pointierter Weise regelmäßig die Politik des US-Präsidenten auseinander.

Trump forderte gleich den nächsten Sender auf, ebenso Talks aus dem Programm zu nehmen. In Deutschland ist das undenkbar, dass ein Bundeskanzler sich derartig äußert und Medien Ansagen zur Personalpolitik macht.

Erst kürzlich war bekanntgeworden, dass der Late-Night-Moderator Stephen Colbert im Mai 2026 aufhören muss. Die Entscheidung des Senders CBS hatte viel Kritik ausgelöst, weil Colbert als Kritiker von Donald Trump gilt und viele Branchenkenner vermuteten, dass der Sender aus Rücksicht auf den US-Präsidenten gehandelt habe.

Journalisten unter Druck

Doch nicht nur das: Trump legt sich auch mit einer der weltweit bekanntesten Zeitungen an - der «New York Times». Der Präsident will auf eine Milliardensumme klagen und schrieb auf Truth Social: Das Blatt sei «eine der schlechtesten und verkommensten Zeitungen in der Geschichte unseres Landes». Sie sei «zu einem regelrechten "Sprachrohr" der radikalen linken Demokratischen Partei geworden». Jahrzehntelang habe sie sich daran beteiligt, Lügen über Trump, seine Familie, sein Unternehmen, die Bewegung Make America Great Again (MAGA) und die USA als Ganzes zu verbreiten. Die Zeitung reagierte so: «Die "New York Times" wird sich von Einschüchterungstaktiken nicht abschrecken lassen.»

Als «linksradikal» bezeichnete der frühere US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, auch den ZDF-Korrespondenten Elmar Theveßen, der aus Washington berichtet. Grenell forderte, ihm das US-Visum zu entziehen. Theveßen war im Zuge der Berichterstattung über das Kirk-Attentat in die Kritik geraten. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul forderte die US-Regierung danach auf, die Pressefreiheit für ausländische Journalisten zu garantieren.

Job weg nach Kommentaren zu Kirk

In dem aktuellen Klima in den USA um das Kirk-Attentat haben Menschen schon ihre Jobs verloren, weil sie Kommentare auf Social-Media verbreiteten. In Texas zum Beispiel ermittelt die Bildungsbehörde gegen Lehrer und Mitarbeiter. US-Medien berichteten von einem Fall eines gekündigten Mitarbeiters einer Büroartikelkette, der sich geweigert haben soll, Flyer für eine Mahnwache für den erschossenen Kirk zu drucken.

Das US-Außenministerium hatte unlängst auch Ausländern mit Konsequenzen gedroht, sollten sie im Internet Gewalt rechtfertigen. Vize-Außenminister Christopher Landau hatte auf der Plattform X - ohne Kirks Namen zu nennen - geschrieben, er habe Konsularvertreter angewiesen, Maßnahmen zu ergreifen. Details nannte er nicht. Der Vize-Minister rief in seinem Post dazu auf, ihm Kommentare von Ausländern zu melden, damit das Außenministerium «das amerikanische Volk schützen kann». Beispiele oder Beweise für mutmaßliche Aktionen von Ausländern lieferte er nicht.

Ton gegen politische Gegner

Der Ton im politischen Umfeld wird schon länger als zunehmend rauer empfunden. Der frühere US-Präsident Barack Obama schrieb auf X: «Unsere Demokratie ist kein Selbstläufer.»

Dazu postete er ein Video einer Diskussionsveranstaltung, bei der er sagte: Es gebe auf beiden Seiten zweifellos Menschen, die Extremisten seien und die Dinge sagten, die aus seiner Sicht den Grundwerten Amerikas widersprechen. Demokrat Obama kritisierte zugleich: Wenn man extremistische Ansichten mit dem Gewicht einer Regierung der Vereinigten Staaten versehe, «haben wir ein Problem».

Medien / Fernsehen / Kriminalität / Regierung / USA
18.09.2025 · 15:16 Uhr
[3 Kommentare]
iPhone 17 Modelle dominieren globale Smartphone Verkäufe im vierten Quartal 2025
Apple hat mit seiner iPhone 17 Serie im vierten Quartal 2025 die Marktführerschaft eindrucksvoll behauptet. Einem aktuellen Bericht von Counterpoint Research zufolge besetzen die neuen iPhone Modelle die Spitzenplätze der globalen Verkaufsstatistiken im genannten Zeitraum. iPhone 17 Pro Max […] (00)
vor 1 Stunde
US-Rapper Sean «Diddy» Combs
New York (dpa) - Nach der Verurteilung des US-Rappers Sean Combs dringt seine Verteidigung nun auf eine Aufhebung des Urteils. Vor einem Berufungsgericht in New York argumentierte die Anwältin Alexandra Shapiro, Combs sei zu Unrecht verurteilt worden und habe zudem eine unüblich hohe Strafe bekommen. Der Richter nannte den Fall «außergewöhnlich […] (00)
vor 5 Minuten
Der deutsche Film verliert einen seiner größten Namen: Mario Adorf ist tot.
(BANG) - Der deutsche Film verliert einen seiner größten Namen: Mario Adorf ist tot. Der Schauspieler, der Generationen von Zuschauern prägte, starb im Alter von 95 Jahren nach kurzer Krankheit in seiner Wohnung in Paris – und hinterlässt ein Lebenswerk, das weit über Deutschland hinausstrahlt. Ob als Schurke, Patriarch oder feinsinniger […] (03)
vor 2 Stunden
PS6-Handheld soll stärker als Xbox sein – Leak sorgt für Aufsehen
Die nächste PlayStation ist noch nicht offiziell angekündigt und trotzdem überschlagen sich seit Monaten die Gerüchte. Dieses Mal geht es nicht nur um eine klassische Konsole. Es geht um etwas, das Sony schon einmal versucht hat und vielleicht jetzt völlig neu denkt. Ein Handheld. Und laut Leak könnte dieses Gerät deutlich stärker sein, als viele […] (00)
vor 1 Stunde
Rettungsdoku: VOX bringt «Feuer, Wasser, Erde, Luft» zurück
Vier neue Folgen werden ins Programm genommen, von denen jeweils eine im Wochenrhythmus läuft. Die VOX-Dokusoap Feuer, Wasser, Erde, Luft hatte eine etwas skurrile Geschichte hinter sich. Die Premieren-Staffel im Frühjahr 2023 wurde vorzeitig aus dem Programm genommen, nachdem die ersten Folgen nur schwache Quoten holten. Weil nach Bekanntgabe dieser Maßnahme jedoch nochmal ein Anstieg auf bis […] (00)
vor 4 Stunden
Torben Beltz
Oeiras (dpa) - Trotz eines versöhnlichen Abschlusses der Gruppenphase muss das deutsche Frauen-Tennisteam weiter um den nächsten Abstieg im Billie Jean King Cup zittern. Nach zuvor zwei Niederlagen konnte das Team von Cheftrainer Torben Beltz das letzte Gruppenspiel gegen Dänemark in Oeiras nahe Lissabon gewinnen. Ob die DTB-Auswahl trotzdem in die […] (01)
vor 3 Minuten
btc, bitcoin, cryptocurrency, currency, crypto, gold, digital, blockchain, cryptography, 3d
Der Anteil des Bitcoin (BTC)-Angebots, das sich im Gewinn befindet, ist auf etwa 59% gesunken und nähert sich damit den Niveaus des letzten Bärenmarktes an. Diese Daten stammen von Analyst Darkfost, der auch darauf hinwies, dass die Anzahl der Adressen, die BTC einzahlen, auf ein 10-Jahres-Tief gefallen ist. Gewinnangebot nähert sich Bärenmarktniveau […] (00)
vor 38 Minuten
Konzertkooperationen und ein Mythos als Ballett
Leipzig, 09.04.2026 (lifePR) - Im Mai klingt das Festival »Lortzing 26« aus mit Festivitäten für die ganze Stadt. Am 1. Mai können Albert Lortzings Wirkungsstätten in Leipzig mit einem Audiowalk erschlossen werden, »Zwischen Aufruhr und Applaus«, der zusammen mit dem Musikjournalisten Claus Fischer entwickelt wurde. Am Abend findet im Rahmen von […] (00)
vor 1 Stunde
 
iPhone Fold: Release im September rückt näher
Das Warten auf Apples erstes faltbares Smartphone könnte bald ein Ende […] (00)
Neues MacBook Neo mit 12 GB RAM und A19 Pro Chip erwartet
Nach einem aktuellen Bericht plant Apple im Jahr 2027 die Veröffentlichung eines […] (00)
Eine Frau hält ein Smartphone und ein Laptop in den Händen
Berlin (dpa/tmn) - «Haben Sie versucht, sich auf einem anderen Gerät einzuloggen?» […] (00)
Blaulicht
Rommerskirchen (dpa) - Ein möglicherweise bewaffneter Mann hat mit dem Betreten einer […] (00)
Gesetzgeber weltweit stehen vor einem echten Dilemma. Sie wollen Bürger vor […] (00)
«Bridgerton»: Neue Figuren bringen frische Dynamik in Staffel fünf
Die Erfolgsserie erweitert ihr Ensemble und stellt die Weichen für ein emotional aufgeladenes […] (00)
Tennis: ATP-Tour
Monte-Carlo (dpa) - Alexander Zverev hat beim Sandplatz-Turnier in Monte-Carlo ohne […] (02)
Stabilität der Preise nach Euro-Einführung Die Einführung des Euro in Bulgarien zu […] (00)
 
 
Suchbegriff