Telefónica kürzt Dividende: Strategiewechsel sorgt für Kursrutsch
Der spanische Telekommunikationsriese Telefónica hat angekündigt, seine Dividende drastisch zu reduzieren, um sich auf neue strategische Prioritäten zu konzentrieren. Zukünftig plant das Unternehmen, lediglich zwischen 40 und 60 Prozent des freien Zahlungsmittelflusses an die Aktionäre auszuschütten, was für 2026 eine Ausschüttung von nur noch 0,15 Euro je Aktie bedeutet. Dies entspricht der Hälfte der für 2025 vorgesehenen Summe, wie das Unternehmen auf einer Kapitalmarktveranstaltung in Madrid bekanntgab.
Diese Entscheidung stieß bei den Investoren auf wenig Begeisterung, da die Aktie um rund elf Prozent fiel. Damit liegt der Wertverlust des Papiers im laufenden Jahr bei etwa drei Prozent. Der Strategiewechsel markiert eine Abkehr vom langjährigen Schwerpunkt auf Dividendenausschüttungen. Der seit Januar amtierende CEO Marc Murtra Millar plant, mehr Mittel in das operative Geschäft zu investieren und neue Geschäftsbereiche wie Verteidigung und Cybersicherheit zu erschließen. Auch potenzielle Übernahmen stehen auf der Agenda, wobei die Übernahme der United-Internet-Tochter 1&1 im Raum steht.
Das Management beabsichtigt, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bis 2028 jährlich um 1,5 bis 2,5 Prozent zu steigern, gefolgt von einem Wachstum von 2,5 bis 3,5 Prozent bis 2030. Parallel hierzu soll auch der Umsatz in ähnlichem Maße wachsen, während die Schulden weiter reduziert werden. Trotz signifikanter Schuldenreduktion in den letzten zehn Jahren zählt der Konzern weiterhin zu den am stärksten verschuldeten Telekommunikationsanbietern in Europa.
Zudem legte Telefónica am Dienstag die Geschäftszahlen für das dritte Quartal vor. Der Umsatz ging aufgrund negativer Wechselkurseffekte um 1,6 Prozent auf 8,96 Milliarden Euro zurück. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) sank um 1,5 Prozent auf etwa 3,1 Milliarden Euro und entsprach damit den Analystenerwartungen.

