Tech-Werte im Rückwärtsgang: Kursrücksetzer befeuern Korrektursorgen
Die hoch bewerteten US-Technologieaktien erleben gerade eine kritische Hinterfragung, da sich die Vorzeichen eines Rücksetzers an der Börse verdichten. Nachdem in den letzten Tagen das Trendthema Künstliche Intelligenz die Anlegerfantasie beflügelt hatte, setzen nun Gewinnmitnahmen ein, die eine weitreichende Korrektur befürchten lassen. Der Broker IG projiziert für den Nasdaq 100, eine Technologie-Hochburg, einen Rückgang um 1,4 Prozent, nachdem der Index erst kürzlich ein Rekordhoch erreichte. Im Gegensatz dazu schwächelt der Dow Jones Industrial, bekannt für seine Standardwerte, und zeigt ein Minus von 0,6 Prozent.
Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei RoboMarkets, hebt die Palantir-Aktie als Beispiel für die gegenwärtige Unsicherheit hervor. Trotz solider Ergebnisse im dritten Quartal und ambitionierter Unternehmensziele, ausgelöst durch den KI-Trend, dreht der Kurs ins Minus und beeinflusst den gesamten Markt negativ. Analyst Brent Thill von Jefferies stellt fest, dass die beeindruckenden Unternehmenszahlen von Palantir durch eine überhöhte Bewertung relativiert werden, nachdem die Aktie an der 200-Dollar-Marke kratzte.
Von den 'Magnificent 7', den bedeutendsten US-Tech-Werten, zeigte keiner vorbörslich positive Tendenzen. Apple und Microsoft erlitten jeweils Verluste von 0,8 Prozent, während Nvidias Anlegerliebling um 2,2 Prozent fiel. Tesla verbuchte sogar einen Rückgang von 2,8 Prozent.
Ein positives Zeichen setzt hingegen Spotify, dessen Aktien vorbörslich um fast fünf Prozent zulegten. Der Musikstreaming-Dienst verzeichnete unerwartet viele neue Nutzer und übertraf mit seinen Quartalsergebnissen die Erwartungen. Analyst Jason Bazinet von Citigroup ist entsprechend optimistisch für den Ausblick des Unternehmens in das vierte Quartal.
Dagegen verloren die Aktien von Uber trotz beachtlichen Quartalswachstums 7,4 Prozent. Noch stärker traf es Norwegian Cruise Line, deren Aktie nach enttäuschenden Ergebnissen im Reisesektor über neun Prozent einbrach. Ein besonders gravierender Rückschlag trifft die Titel von Sarepta Therapeutics, die nach enttäuschenden Studien zu einem Drittel einbrachen, da erhoffte Erkenntnisse über den Nutzen älterer Medikamente ausblieben.

