Stimmung an den Anleihemärkten: Deutsche Staatsanleihen unter Druck
Die Kurse der deutschen Staatsanleihen haben sich am Freitag weiter auf Talfahrt begeben, indem der Euro-Bund-Future um 0,24 Prozent auf 129,25 Punkte fiel. Dies führte zu einem Anstieg der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 2,72 Prozent. Auch in anderen Ländern der Eurozone wurden ähnliche Entwicklungen verzeichnet, da die Renditen hier ebenfalls zulegten.
Ein Hauptgrund für diese Entwicklung ist die gedämpfte Erwartung weiterer Leitzinssenkungen seitens der Europäischen Zentralbank (EZB). Nach einem Zyklus von Zinssenkungen wurden die Leitzinsen kürzlich unverändert belassen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte die gegenwärtig stabile Lage, in der sich die Zentralbank befindet, und signalisierte somit laut Ökonomen eine zurückhaltende Haltung bezüglich weiterer Zinssenkungen.
Gleichzeitig bleibt die Stimmung in der deutschen Wirtschaft insgesamt verhalten. Das Ifo-Geschäftsklima enttäuschte in seinen jüngsten Ergebnissen, und Ifo-Präsident Clemens Fuest beschrieb den Aufwärtstrend der deutschen Wirtschaft als 'blutleer'. Der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, prognostiziert für das zweite Halbjahr lediglich eine leichte konjunkturelle Erholung, die vorerst nur eine Stabilisierung knapp über der Nullmarke bedeutet. Erst im kommenden Jahr wird mit stärkerem Rückenwind durch höhere Infrastrukturausgaben eine substanziellere Besserung der wirtschaftlichen Lage erwartet.

