Steigende Gesundheitskosten: Schnitzer fordert Umdenken und Effizienz

Die Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Monika Schnitzer, hat für eine Reform des Gesundheitssystems plädiert und sich für eine Erhöhung der Selbstbeteiligung von Kassenpatienten sowie die Wiedereinführung einer Praxisgebühr ausgesprochen. Angesichts ansteigender Krankenkassenbeiträge betonte Schnitzer die Notwendigkeit, die Prävention zu stärken und die Effizienz des Gesundheitssystems insgesamt zu verbessern.
Konkret schlägt Schnitzer vor, dass die Krankenkassen, anstelle der Ärzte, für die bürokratiearme Erhebung der Praxisgebühr verantwortlich sein sollten. Diese Maßnahme könnte zur Vermeidung von weiteren Beitragssteigerungen beitragen, die, nach ihrer Einschätzung, auf bis zu 25 Prozent steigen könnten.
Ein weiterer Vorschlag der Ökonomin betrifft die Ausgaben für Therapien im hohen Alter. Sie regt an, den Nutzen und die Belastung solcher Maßnahmen zu diskutieren, da insbesondere im hohen Alter die Gesundheitskosten stark ansteigen. Diese Diskussion wurde bereits Ende letzten Jahres vom CDU-Gesundheitspolitiker Hendrik Streeck angestoßen, der die Verschreibung teurer Medikamente an sehr alte Menschen hinterfragte.
In diesem Zusammenhang zeichnen sich für Millionen Versicherte im Jahr 2026 höhere Zusatzbeiträge ab. Eine aktuelle Analyse des Vergleichsportals Verivox zeigt, dass 31 Krankenkassen bereits Beitragsanpassungen angekündigt haben. Besonders betroffen sind Versicherte der Techniker Krankenkasse und DAK-Gesundheit, deren Zusatzbeiträge deutlich steigen werden.

