VW im Wandel: Niedersachsens Ministerpräsident zeigt Verständnis für Unsicherheiten

Mit einem bemerkenswerten Einfühlungsvermögen reagiert Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies auf die aktuellen Sorgen der Volkswagen-Mitarbeiter. Der SPD-Politiker und Mitglied des VW-Aufsichtsrats äußerte vollstes Verständnis für die Verunsicherung und Unzufriedenheit innerhalb der Belegschaft, die in einer Phase großer Transformationen und Anpassungen naturgemäß auftritt. Lies betonte, dass der Vorstand des Automobilgiganten die Anliegen der Belegschaft sehr ernstnehme und auf die Einwände der Mitarbeiter eingegangen werde. Während einer Betriebsversammlung wurden beunruhigende Ergebnisse einer Umfrage präsentiert: Lediglich 16 Prozent der Beschäftigten glauben noch daran, dass der Vorstand Wirtschaftlichkeit und Arbeitsplatzsicherung als gleichrangige Ziele verfolgt, ein Rückgang von fast 40 Prozent im Jahre 2021. Lies hob hervor, dass die Mitarbeiter in der Vergangenheit bedeutende Zugeständnisse gemacht haben und erwartet, dass Unternehmensführung und Management nun ihren Teil dazu beitragen, die Herausforderungen zu bewältigen und das Unternehmen voranzutreiben.
Erfreut äußerte sich Lies über den nun vollumfänglichen Fokus von VW-Chef Oliver Blume auf den Konzern, nachdem dieser seine Doppelfunktion bei VW und der Tochtergesellschaft Porsche aufgegeben hat. Dies gebe Anlass zur Hoffnung, das Unternehmen gemeinsam voranzubringen. Niedersachsen, dem 20 Prozent der Stimmrechte von VW gehören, verfügt zusammen mit den Arbeitnehmervertretern über eine Mehrheits- und Vetoposition im Aufsichtsrat, was dem Land eine entscheidende Rolle in Unternehmensentscheidungen gibt.
Auch in Bezug auf das VW-Werk in Osnabrück äußerte sich Lies optimistisch, trotz der unsicheren Lage durch auslaufende Aufträge. Der Standort sei mit hervorragend qualifizierten Mitarbeitern gesegnet, was Hoffnung auf eine positive Zukunftsperspektive wecke. Für die rund 2.300 Beschäftigten des Werks stellt sich die Frage, welche Lösungen VW für die Zeit nach 2027 bietet, wenn die Fertigung der dort gebauten Modelle endet.

