Neues Kapitel in der US-Impfpolitik: Trump reduziert empfohlene Kinderimpfungen

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat eine Reform der Impfempfehlungen für Kinder vorgestellt, die erhebliche Änderungen mit sich bringt. Die bisherige Liste von 17 empfohlenen Impfungen wird künftig auf elf reduziert. Dies teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit, wobei er betonte, dass Eltern weiterhin die Möglichkeit haben werden, ihren Kindern auch die nicht mehr standardmäßig empfohlenen Impfungen zu verabreichen. In diesem Fall würden die Krankenkassen die Kosten weiterhin tragen.
Die Entscheidung betrifft unter anderem die Impfungen gegen Rotaviren, Hepatitis A, Hepatitis B, RSV-Infektionen, Meningokokken B und Meningokokken ACWY. Diese Impfstoffe sind nun nicht mehr Teil der allgemeinen Empfehlungen, wie aus einer Übersicht der Gesundheitsbehörde CDC hervorgeht. Die Maßnahme wurde bereits Anfang Dezember von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., einem bekannten Impfkritiker, ins Spiel gebracht.
Die Anpassung der Impfempfehlungen soll die Impfpraktiken der USA näher an die anderer Industrienationen heranführen. In Deutschland und Dänemark werden beispielsweise weniger Impfungen empfohlen, wobei Deutschland aktuell 15 und Dänemark zehn Impfungen vorsieht. Trotz dieser internationalen Vergleichsmaßnahme stieß die Reform auf vehemente Kritik des US-Berufsverbandes der Kinderärzte (AAP), der die Änderungen als „gefährlich und unnötig“ bezeichnete und auf die erheblichen Unterschiede zwischen den Gesundheitssystemen der USA und Dänemarks hinwies.
Laut dem CDC wurden bei der Überarbeitung Vergleiche mit 20 Industrienationen angestellt. Die nun empfohlenen Impfungen in den USA umfassen weiterhin Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ b, Pneumokokken, Polio, Masern, Mumps, Röteln, Humane Papillomviren und Varizellen. Eltern bleibt die Möglichkeit, sich mit Kinderärzten über zusätzliche Impfungen zu beraten.

