SOS-Streets of Stuttgart 2.0: Saving Heinrich Schickhardt
Fiktives schwäbisches Videospiel wurde weiterentwickelt
Stuttgart, Herrenberg, Rottenburg am Neckar, 08.06.2026 (lifePR) - Mit einer digitalen Rekonstruktion des Neuen Lusthauses in Stuttgart um das Jahr 1635 machen die Vereine schwäbische mund.art e.V. und der Förderverein Schwäbischer Dialekt e.V. auf eine Revolution im Bereich regionaler Erinnerungskultur aufmerksam. Die fortschreitende Nutzung generativer KI mache es erforderlich, Kultur- und Sprachbestände zu digitalisieren und in geeigneten Datenräumen bereitzustellen, um sie für das Training KI-gestützter Sprachmodelle nutzbar zu machen, heißt es in einer Pressemitteilung zum Weltspieltag am 11. Juni, der 2026 unter dem Motto "Spielen verbindet – auch digital!" steht.
Mit der Weiterentwicklung des fiktiven Videospiels "Streets-of-Stuttgart" von 2023, das zu den medial erfolgreichsten Projekten der knapp 30 Jahre alten Vereine zählt, beweisen die Macher eindrucksvoll, welche Möglichkeiten die rasant entwickelte Technik kreativen Köpfen bietet.
So wurde ausgehend von alten Plänen, Stichen und Federzeichnungen der herzogliche Lustgarten im Herzen der Residenzstadt eindrucksvoll wieder zum Leben erweckt und das bis auf einen kleinen Überrest zerstörte Neue Lusthaus - eines der bedeutendsten Gebäude der deutschen Spätrenaissance - innen und außen dargestellt.
Innerhalb von wenig mehr als zwei Minuten werden die Wasserbassins im Erdgeschoss, das überlieferte Deckengemälde und der Tanzsaal im ersten Geschoss sowie der umlaufende Arkadengang im warmen Frühjahrslicht erlebbar gemacht.
Die kurze Geschichte dreht sich um den gewaltsamen Tod des Baumeisters Heinrich Schickhardt, der im Jahr 1635 in Stuttgart von marodierenden Söldnern ermordet wurde. Der gedachte Spieler des fiktiven Open-World-Games hat nur wenige Minuten Zeit den Mord zu verhindern.
"Archivmaterial vom Staub der Jahrhunderte zu befreien und filmisch zum Leben zu erwecken, war bisher nur mit enormem finanziellen Aufwand möglich. Mit Geld, das wir für die Regionalkultur nie hatten", schwärmt Pius Jauch, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins schwäbische mund.art e.V. Generative KI werde schon aus Kostengründen bald den Großteil medialer Produktionen stellen. "Sind kulturelle Inhalte auch aus unserem Raum über solche Systeme darstellbar, können nachfolgende Generationen auf bisher ungeahnte Weise damit spielen", ergänzt der 43-jährige.
Umgekehrt verschwindet schneller denn je aus dem Bewusstsein, was den Anschluss an die technologischen Entwicklungen verliert. "Sprachen werden mittlerweile in hohem Maß über Social-Media-Inhalte und Videospiele erlernt", meint Dr. Wolfgang Wulz, pensionierter Fachberater für Deutsch und Vorsitzender des Vereins schwäbische mund.art e.V.
"Ein Datenraum schwäbisch-alemannische Kultur, der über Jahrzehnte digitalisiertes Material zusammenführt und gezielt neue Erhebungen zum Training KI-gesteuerter Systeme sammelt, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an die wir uns gerne machen wollen", zeigt sich auch der Vorsitzende des Fördervereins Schwäbischer Dialekt e.V. und Rottenburger Oberbürgermeister Stephan Neher überzeugt.
Mit "SOS-Streets of Stuttgart 2.0 // Saving Heinrich Schickhardt" werben die beiden Vereine für den Gedanken, Kulturvermittlung auch im Zusammenhang mit Videospielen zu denken. In Zusammenarbeit mit der Games BW-Förderung der MFG Baden-Württemberg und der millionenschweren digitalen Rekonstruktionen der Staatlichen Schlösser und Gärten könnten schon in naher Zukunft Computerspiele realisiert werden, die den Vergleich mit international erfolgreichen Bestellern nicht zu scheuen brauchten.
„Baden-Württemberg hat mit dem Höchstleistungsrechenzentrum in Stuttgart, dem IPAI Heilbronn und vielen weiteren Kompetenzzentren alles, was es zur erfolreichen Positionierung im Ökosystem Technologie/KI und Kultur braucht", ist sich Pius Jauch sicher. "Wir sind zuversichtlich, dass die Landesregierung mit MInisterpräsident Özdemir das enorme Potential des technologischen Fortschritts auch im Hinblick auf die Pflege der kulturellen Vielfalt in THE LÄND erkennt", fügt Wolfgang Wulz hinzu. SOS 2.0 beweise, dass man zunächst mit überschaubaren Mitteln vorangehen könne. Langfristig aber werde es ohne eine breite Koalition von Unterstützenden aus Politik, Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft schwierig werden, sich auch kulturell in den Neuen Medien zu behaupten.
Die Mundartaktivisten wollen mit "SOS-Streets of Stuttgart // Saving Heinrich Schickhardt" nachdrücklich aufzeigen, wohin die Reise gehen kann. Weitere Episoden sind in Arbeit.
Kontakt: Pius Jauch 01577 5961819 [email protected]


