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Porsches Rückkehr zum Verbrenner: Rettungsstrategie oder Rückschritt?

07. März 2025, 10:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Der Sportwagenhersteller steckt mitten in der Absatzkrise – CEO Oliver Blume reagiert mit einer Kehrtwende. Doch reicht das aus, um Porsche wieder auf Kurs zu bringen?

Der Taycan: Vom Hoffnungsträger zum Problemfall

Noch vor wenigen Jahren galt der Taycan als Symbol für Porsches Aufbruch ins Elektrozeitalter. Modernste Produktion, höchste Effizienz, ein leistungsstarkes E-Antriebskonzept – der Taycan sollte zeigen, dass Porsche auch ohne Benziner an der Spitze bleibt.

Doch inzwischen ist das Modell zu einem Sorgenkind geworden. Die Verkaufszahlen sind eingebrochen, die Produktion wurde drastisch gedrosselt. Mitarbeiter berichten von sinkender Auslastung – aus einer einstigen Großserienfertigung ist beinahe ein Manufakturbetrieb geworden.

Absatzkrise und Gewinneinbruch

Nicht nur der Taycan bereitet Probleme. Porsche kämpft mit schwächelnden Verkäufen in China, steigenden Produktionskosten und einer eingetrübten Marktlage in den USA, wo drohende Strafzölle die Rentabilität gefährden.

Quelle: Eulerpool

Der Gewinnrückgang hat bereits Konsequenzen: Der Autobauer plant den Abbau von 1.900 Stellen, um sich finanziell zu stabilisieren. CEO Oliver Blume stellt das Unternehmen auf eine härtere Gangart ein: „Porsche muss profitabel bleiben, auch bei sinkendem Absatz.“

Quelle: Eulerpool

Die Wende: Porsche setzt wieder auf Verbrenner

Blumes Antwort auf die Krise? Eine Investition von 800 Millionen Euro in die Verlängerung der Lebensdauer von Verbrennermotoren und Hybriden. Dabei war der ursprüngliche Plan ein ganz anderer: Bis 2030 sollten 80 % aller verkauften Porsches elektrisch angetrieben sein.

Nun wird klar: Diese Strategie steht auf der Kippe. Der Markt entwickelt sich langsamer als erwartet, Kunden sind skeptisch, viele bevorzugen nach wie vor klassische Verbrenner. „Die Transformation dauert länger als gedacht“, räumt Blume ein.

Porsche unter Druck: Absatzrückgänge in China und drohende Strafzölle in den USA setzen die Luxusmarke unter Zugzwang. Die geplante CKD-Produktion in den USA bleibt ein Risiko.

Druck aus der Familie Porsche-Piëch

Auch innerhalb des Unternehmens wächst der Druck. In den internen Chatgruppen der Familien Porsche und Piëch, die die Mehrheit am Unternehmen halten, macht sich Nervosität breit.

„Warum hat Blume nicht früher umgesteuert?“, heißt es in Nachrichten, die innerhalb des Clans kursieren. Die einst als unantastbar geltende Marke Porsche wird intern nun als „auf Crash-Kurs“ bezeichnet.

Strategiewechsel im Top-Management

Blume reagiert nicht nur auf Kundenvorlieben, sondern auch mit personellen Umbrüchen. Finanzchef Lutz Meschke und Vertriebschef Detlev von Platen müssen gehen – ein Zeichen dafür, dass Porsche die Krise ernst nimmt und frischen Wind in die Führungsebene bringen will. Weitere Veränderungen im Vorstand sind nicht ausgeschlossen.

Quelle: Eulerpool

Konkurrenz aus China: Xiaomi drängt in den Markt

Neben internen Problemen droht neue Konkurrenz aus China. Der Tech-Konzern Xiaomi hat mit dem SU7 ein Elektrofahrzeug auf den Markt gebracht, das dem Taycan in Performance ebenbürtig ist – aber nur ein Drittel kostet.

Prognosen gehen davon aus, dass Xiaomi allein in China über 250.000 Fahrzeuge verkaufen wird. Zum Vergleich: Porsche plant weltweit nur 15.000 Taycans abzusetzen. Diese Entwicklung zeigt: Der Preisdruck steigt, und Porsche muss sich auf einen harten Wettbewerb einstellen.

USA: Zollrisiko für Porsche

Ein weiteres Risiko für Porsche ist die US-Handelspolitik. Sollte Donald Trump erneut Strafzölle von 25 % auf importierte Autos verhängen, könnte Porsche in den USA schnell in die Verlustzone rutschen. Eine lokale Produktion wäre unwirtschaftlich, da die Stückzahlen zu gering sind.

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Eine mögliche Lösung: die sogenannte CKD-Produktion (Completely Knocked Down), bei der Fahrzeuge in Einzelteilen exportiert und erst vor Ort zusammengesetzt werden. Doch ob US-Kunden ein „Made-in-Germany“-Auto akzeptieren, das in den USA endmontiert wird, bleibt fraglich.

Qualität als Schlüssel zum Erfolg

Während Porsche die Strategie umstellt, bleibt ein zentrales Problem: Die Qualität des Taycan. Kunden beschweren sich über Softwareprobleme, Batteriemängel und Rückrufe. „Wir haben Lehrgeld bezahlt“, gibt Blume zu. Die zweite Generation des Taycan soll robuster sein – doch das Vertrauen vieler Kunden ist bereits erschüttert.

Ein Beispiel: Ein langjähriger Porsche-Fan, der seinen Taycan nach drei Jahren wieder verkaufen wollte, bekam von Porsche ein Angebot von 52.500 Euro – für ein Fahrzeug, das einst 105.000 Euro kostete. 50 % Wertverlust in drei Jahren – für Porsche eine alarmierende Entwicklung.

Rettet Blume Porsche mit dem Verbrenner?

Die Kehrtwende zurück zum Verbrenner mag kurzfristig helfen, die Absatzzahlen zu stabilisieren. Doch langfristig muss Porsche seine Position im Elektrosegment stärken, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein – nicht nur für die Zukunft des Taycan, sondern für die gesamte Strategie der Marke Porsche.

Finanzen / Unternehmen
[InvestmentWeek] · 07.03.2025 · 10:00 Uhr
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