Politik und Kirchen: Ein Schulterschluss für die Gesellschaft
Die gegenwärtigen Regierungsparteien zeigen eine zunehmende Unlust, sozial-ethische Ratschläge aus kirchlichen Kreisen zu berücksichtigen. Mit dem Verweis auf den abnehmenden Einfluss der Kirchen wird signalisiert, als ob die politische Zustimmung von allen Seiten unaufhaltsam wäre. In Wirklichkeit befinden sich die politischen Parteien jedoch nicht im Höhenflug der öffentlichen Unterstützung. Nur etwa die Hälfte der Bevölkerung gehört einer Kirche an, während der Rückhalt für den führenden Partner in der aktuellen Regierungskoalition eher begrenzt ist.
Es besteht somit wenig Anlass für die Politik, sich übermäßig selbstbewusst zu zeigen. Es ist an der Zeit, die Rhetorik zu mäßigen und auf Zusammenarbeit zu setzen, insbesondere im Dialog zwischen Kirche und Politik. Beide Institutionen sind wesentliche Pfeiler, um die gesellschaftliche Einheit zu stärken und gemeinsam gegen extremistische Strömungen von rechts vorzugehen. Im Kampf gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit sind die Kirchen wertvolle Verbündete der Politik.

