Pokémon Legenden: Z-A – Massives Review Bombing drückt User Score in den Keller
Die Anatomie einer digitalen Abrechnung
Auf der bekannten Aggregations-Website Metacritic hat sich Pokémon Legenden: Z-A bei den professionellen Rezensenten eine solide Bewertung von 79 Punkten erarbeitet. Gelobt werden vor allem die Rückkehr der beliebten Mega-Entwicklungen und die fesselnde Kern-Spielmechanik. Die Nutzerbewertung erzählt jedoch eine gänzlich andere Geschichte. Zum Zeitpunkt dieses Artikels liegt sie bei einem desaströsen Wert von 4.1, wobei 61 % der Rezensionen als negativ eingestuft sind. Während es durchaus legitime Kritikpunkte gibt, stechen unzählige 0/10- oder 1/10-Bewertungen ins Auge. In diesen wird mit Begriffen wie „Gier“ seitens der Pokémon Company und „Faulheit“ bei der Entwicklung um sich geworfen. Teilweise wird sogar Nintendos kontroverser Rechtsstreit mit Palworld als Grund für die schlechte Note angeführt. Das Review-Bombing scheint somit weniger eine genuine Bewertung der Spielqualität zu sein, sondern vielmehr ein Ventil für den aufgestauten Frust über die allgemeine Handhabung des Pokémon-Franchise in den letzten Jahren.
Die visuelle und technische Enttäuschung
Die Präsentation von Pokémon Legenden: Z-A steht seit der Veröffentlichung unter besonderer Beobachtung. Viele Spieler beklagen, dass die sich wiederholenden, leblosen Texturen und die komplette Abwesenheit von Sprachausgabe dem Titel ein billiges Gefühl verleihen – ein Umstand, der angesichts der Tatsache, dass es sich um das erfolgreichste Medien-Franchise aller Zeiten handelt, für besonders viel Unmut sorgt. Tatsächlich wurde von ehemaligen Nintendo-Mitarbeitern behauptet, das Spiel müsse lediglich 200.000 Einheiten verkaufen, um seine Entwicklungskosten wieder einzuspielen. Diese Aussage legt nahe, dass das Budget im Vergleich zu anderen Triple-A-Produktionen auf dem Markt relativ niedrig angesetzt war.
Im Schatten zukünftiger Projekte
Jüngste Leaks zu kommenden Pokémon-Projekten gießen zusätzliches Öl ins Feuer dieser Kontroverse. Es scheint, als seien die kommende 10. Generation sowie ein gigantisches Remake-Projekt, das vier Regionen umfassen soll, besonders ambitioniert. Diese vielversprechenden Zukunftsaussichten lassen das, was Z-A auf den Tisch bringt, in den Augen vieler Fans blass und uninspiriert erscheinen. Dennoch ist es höchst unwahrscheinlich, dass die zahllosen 0/10-Bewertungen von Personen stammen, die das Spiel tatsächlich beendet haben. Der Akt des digitalen Protests wiegt hier schwerer als eine fundierte Auseinandersetzung. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Bewertung entwickelt, wenn mehr Zeit vergeht und die erste Welle der Empörung abebbt.


