Papst Leo XIV. betont Friedensbotschaft während Afrika-Reise
Papst Leo XIV. und die Spannungen mit Trump
Papst Leo XIV. hat sich während seiner Afrika-Reise um eine Entspannung der angespannten Beziehungen zu US-Präsident Donald Trump bemüht. Auf dem Flug nach Angola erklärte er, dass einige seiner Äußerungen "nicht in allen Aspekten korrekt" interpretiert worden seien. Es sei nicht seine Absicht gewesen, dem Präsidenten zu widersprechen, betonte das Oberhaupt der katholischen Kirche.
Die Auseinandersetzung zwischen Trump und Leo hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Der US-Präsident kritisierte die Friedensappelle des Vatikans und warf dem Papst eine "schreckliche" Außenpolitik vor. In einer provokanten Geste stellte Trump ein KI-Gemälde von sich als Heiland ins Internet. Leo hingegen erklärte, dass er "keine Angst vor der Trump-Regierung" habe und sprach von einer "Handvoll Tyrannen, die die Welt zerstören". Diese Äußerungen wurden häufig miteinander in Verbindung gebracht.
Friedensbotschaft im Fokus
Im Gespräch mit Journalisten stellte Leo klar, dass die umstrittene Rede, die die Diskussion ausgelöst hatte, bereits zwei Wochen zuvor vorbereitet worden sei. "Das wurde so aufgefasst, als wolle ich dem Präsidenten widersprechen", erläuterte er. Sein zentrales Anliegen bleibt es, eine Botschaft von Frieden und Gerechtigkeit in der Welt zu verbreiten. Auf Trumps jüngste Äußerungen gab es bisher keine Reaktion.
Nach seiner Ankunft in Luanda, der Hauptstadt Angolas, kritisierte Leo die anhaltende Ausbeutung des Kontinents durch ausländische Mächte und internationale Unternehmen. Er stellte fest, dass das vorherrschende "Entwicklungsmodell" diskriminierend sei und fragte: "Wie viel Leid, wie viele Tote, wie viele soziale und ökologische Katastrophen werden durch diese Logik der Ausbeutung verursacht?"
Angola: Ein Land im Umbruch
Die ehemalige portugiesische Kolonie Angola, die reich an Rohstoffen ist, stellt für Deutschland einen bedeutenden Wirtschaftspartner dar, insbesondere als Lieferant von Erdöl und Gas. Trotz dieser Ressourcen lebt ein großer Teil der etwa 37 Millionen Einwohner in Armut. Die Nachwirkungen des Bürgerkriegs, der fast drei Jahrzehnte dauerte und 1975 mit der Unabhängigkeit endete, sind weiterhin spürbar. Der Konflikt hinterließ Hunderttausende Opfer und eine stark beschädigte Infrastruktur.
Mit über 90 Prozent christlicher Bevölkerung, von denen etwa die Hälfte Katholiken sind, wird Leos Besuch als nationales Großereignis wahrgenommen. Der Papst kritisierte zudem die westliche Sicht auf Afrika, die oft darauf abzielt, Ressourcen auszubeuten. "Diese Kette von Interessen, die das Leben auf eine Tauschware reduziert, muss durchbrochen werden", so Leo. Gleichzeitig betonte er, dass auch die afrikanischen Länder gefordert sind, ihre internen Konflikte zu überwinden, um Armut und Ausgrenzung zu bekämpfen.
Fortsetzung der Reise
Nach seinem Aufenthalt in Angola wird Papst Leo XIV. nach Äquatorialguinea reisen, nachdem er bereits Algerien und Kamerun besucht hat. Afrika gehört zu den Regionen, in denen die katholische Kirche wächst, mit derzeit etwa 290 Millionen Katholiken, die mittlerweile mehr als in Europa leben und oft jung sind. Leos Reise unterstreicht die wachsende Bedeutung des Kontinents für die katholische Kirche und die globalen Herausforderungen, denen sich die Welt gegenübersieht.

