Altersnachweis-App der EU innerhalb von 2 Minuten gehackt
Die neue EU-App soll dem Jugendschutz dienen, bislang bietet sie aber Hackern die Chance zum Klau sensibler Daten. Innerhalb von nur 2 Minuten konnten Spezialisten die Sicherheitsfunktionen umgehen, sich Zugang zu Daten verschaffen und das bisherige Herzstück, den Altersnachweis, fälschen. Die Einführung der App ist ohnehin umstritten, doch natürlich laufen jetzt die »Reparaturarbeiten«.

Bislang ist die Rede von freiwilliger Nutzung der App
Die besagte App der EU, deren Erscheinen Ursula von der Leyen stolz verkündete, soll der Erbringung eines Altersnachweises auf digitalen Plattformen dienen – und gleichzeitig die dahinterliegenden sensiblen Daten schützen. Schlussendlich könnte das System darin münden, dass jeder Europäer, der an der digitalen Welt teilnehmen will, diese App verpflichtend nutzen muss. Spätestens dann, wenn für Kinder bis zu einem gewissen Alter ein Social-Media-Verbot in Kraft tritt, macht eine Verpflichtung für alle User Sinn. Bislang ist allerdings nur von Freiwilligkeit die Rede.
PIN und Altersnachweis seien nicht ausreichend verknüpft
Ursula von der Leyen verkündete, die App sei nun »technisch bereit«. Der Quellcode ist öffentlich zugänglich, so machten sich direkt IT-Experten an die Arbeit, die Sicherheit zu prüfen. Der Sicherheitsberater Paul Moore umging nach eigenen Angaben die Altersverifikation innerhalb von 2 Minuten. PIN und Altersnachweis seien nicht ausreichend miteinander verknüpft, so erklärte der Mann. Zustimmung kam sogleich aus Frankreich von dem Whitehat-Hacker Baptiste Robert. Außerdem sei es problemlos möglich, die biometrischen Sicherheitsfunktionen zu umgehen.
Die EU-Kommission reagierte mit dem Hinweis, es handle sich bei dem überprüften Programm um eine alte Demoversion der App, die Lücken seien längst geschlossen. Die Experten beharren darauf, den aktuellen Quellcode getestet zuhaben. Wie dem auch sei: Natürlich können bestehende Sicherheitsprobleme jetzt noch behoben werden. Doch wo es um hohe Sicherheitsrisiken geht, sollte von vorneherein große Sorgfalt walten. Und weiterhin steht die Frage im Raum: Brauchen wir eine solche App wirklich? Sie könnte mehr Schaden als Nutzen bringen.
Quelle: futurezone.at

