Ubisoft-Gerüchte eskalieren: Splinter Cell wackelt, Ghost Recon rückt vor
Bei Ubisoft scheint hinter den Kulissen gerade vieles gleichzeitig in Bewegung zu sein. Ein neues Gerücht von Tom Henderson deutet darauf hin, dass der Publisher gleich mehrere große Projekte neu sortieren muss. Besonders bitter klingt das für Fans von Splinter Cell. Denn laut den aktuellen Aussagen soll das lange erwartete Remake erneut verschoben worden sein. Und das ist nur ein Teil der Geschichte.
Denn während Far Cry offenbar weiter mit Problemen kämpft, soll das Rayman-Remake intern gut laufen. Gleichzeitig könnte Ghost Recon nach dem nächsten großen Assassin’s-Creed schon das nächste wichtige Ubisoft-Spiel werden. Wenn das stimmt, steckt der Konzern mitten in einer Phase, in der vieles neu priorisiert wird.
Splinter Cell bleibt für Fans ein Geduldsspiel
Am härtesten trifft das Gerücht wohl die Fans von Splinter Cell. Schon seit Jahren wartet die Community auf ein echtes Comeback der Reihe. Jetzt heißt es erneut: warten. Gerade deshalb fällt die Reaktion online so emotional aus. Auf Reddit schreibt ein Nutzer, Fan von Splinter Cell zu sein, sei inzwischen „eine Qual“. Ein anderer bringt es noch deutlicher auf den Punkt: „Seit 2013 habe die Reihe kein richtiges neues Spiel mehr bekommen, stattdessen tauche Sam Fisher nur noch in Crossovern und anderen Projekten auf.“
Das zeigt ziemlich gut, wie sehr sich die Frustration inzwischen aufgestaut hat. Splinter Cell ist längst nicht mehr nur ein altes Ubisoft-Franchise, sondern für viele ein Symbol dafür geworden, wie schwer sich der Publisher mit einigen seiner eigenen Traditionsmarken tut.
Ghost Recon könnte plötzlich in den Mittelpunkt rücken
Während Splinter Cell weiter wackelt, könnte Ghost Recon deutlich wichtiger werden. Laut dem Gerücht soll es nach Assassin’s Creed Black Flag das nächste große Ubisoft-Spiel sein.
Auch dazu gibt es bereits eine klare Stimmung aus der Community. Viele hoffen, dass Ubisoft aus den Fehlern von Breakpoint gelernt hat. Ein Nutzer auf Reddit schreibt, er könne kaum glauben, dass Breakpoint inzwischen schon sieben Jahre zurückliegt, und hoffe, dass das neue Ghost Recon wieder stärker in Richtung Wildlands geht. Genau hier liegt der Reiz. Ubisoft hätte mit Ghost Recon die Chance, eine wichtige Marke neu aufzustellen. Aber eben auch das Risiko, erneut an den Erwartungen der Fans vorbeizuziehen.
Far Cry steckt offenbar in einer schwierigen Phase
Besonders interessant ist, dass ausgerechnet Far Cry laut Henderson aktuell die schwerste Zeit durchmacht. Das wirkt zunächst überraschend, weil die Reihe lange zu den sichersten Ubisoft-Marken gehörte. Doch genau darin sehen viele inzwischen das Problem. Immerhin verlangen viele Fans – darunter auch ich – einen Neustart. Immerhin hat sich das Franchise seit Far Cry 5 nicht mehr frisch angefühlt.
Ein Gefühl, das Ubisoft schon länger begleitet: Viele Reihen sind bekannt und erfolgreich, aber gerade dadurch wird jede neue Ausgabe auch an den immer gleichen Vorwürfen gemessen. Zu sicher, zu formelhaft, zu wenig mutig. Gerade bei Far Cry hatte ich bei den letzten Spielen immer das Problem. Far Cry 6 (2021) war gut, aber nichts besonderes. Sorry.
Ausgerechnet Rayman macht Hoffnung
Fast schon ironisch ist deshalb, dass ausgerechnet ein Rayman-Remake im Gerücht als positives Beispiel genannt wird. Während große AAA-Marken ins Wanken geraten, soll dieses Projekt intern gut laufen.
Das dürfte viele Fans freuen, denn Rayman steht für eine ganz andere Seite von Ubisoft. Weniger riesige Open Worlds, weniger Live-Service-Druck, dafür mehr Charme und klarer Fokus. Wird es ein Remake oder gar ein neuer Titel, der die Reihe mit Liebe zurückbringt? Gerade wenn man die kreative Unsicherheit beim französischen Videospiele-Herausgeber ansieht, dürfte das schon fast als Befreiungsschlag gewertet werden, wenn ein „sauberes“ Rayman kommt.

Kommt es zu einer Wiederbelebung von Rayman? Hier im Bild: Rayman Origins, welches erstmals 2011 für PS3, Xbox 360 und Nintendo Wii erschienen ist. – Bild: © Ubisoft
Was hinter all dem stecken könnte
Besonders spannend ist Hendersons Hinweis, dass viele dieser Spiele ursprünglich wohl noch dieses Jahr erscheinen sollten, bevor sie verschoben wurden. Falls das stimmt, erklärt das einiges.
Dann hätte Ubisoft intern nicht nur mit einzelnen Projekten Probleme, sondern musste seinen gesamten Release-Plan neu ordnen. Und genau das würde erklären, warum aktuell so viele Marken gleichzeitig in Gerüchten rund um Verschiebungen, Neustarts oder neue Prioritäten auftauchen.
Für Fans ist das natürlich frustrierend. Für Ubisoft selbst ist es aber noch heikler. Denn der Publisher braucht dringend klare Treffer. Gerade weil Marken wie Assassin’s Creed, Far Cry, Ghost Recon oder Splinter Cell für das Gesamtbild des Unternehmens so wichtig sind.
Am Ende bleibt es vorerst ein Gerücht. Aber es ist eines, das ziemlich gut zu der Unsicherheit passt, die viele Spieler bei Ubisoft längst spüren. Und wenn sich auch nur ein Teil davon bestätigt, dann stehen dem Publisher unruhige Monate bevor.


