Ölpreise im Sinkflug: Zweifel an US-Strategie gegen Russland
Die Entwicklung der Ölpreise verzeichnete am Dienstag eine Fortsetzung des schwachen Trends vom Wochenbeginn. Trotz der Verluste blieben diese im Vergleich zum Vortag überschaubar. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im September kostete zuletzt 68,98 US-Dollar, was einem Rückgang um 23 Cent entspricht. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI mit August-Lieferung sank um 38 Cent auf 66,60 Dollar.
Bereits am Montag waren die Ölpreise merklich gefallen. Seit Wochenbeginn ist der Preis für Brent-Rohöl um mehr als zwei Dollar gesunken. Grund für diese Entwicklung ist laut Marktbeobachtern der Zweifel an der Effektivität der jüngsten politischen Pläne von US-Präsident Donald Trump, Russland aufgrund des Ukraine-Konflikts unter Druck zu setzen.
Am Montag hatte Trump dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ein Ultimatum gestellt: Sollte es innerhalb von 50 Tagen keine Fortschritte bei den Bemühungen um ein Ende des Konflikts geben, würden die USA hohe Zölle gegen Russlands Handelspartner verhängen. Länder wie Indien und China, die ihre Ölimporte aus Russland trotz westlicher Sanktionen gegen das Land erhöht haben, stehen dabei im Fokus.
Experte Warren Patterson von der ING Bank hebt die Bedeutung der 50-Tage-Frist hervor. Der Rückgang der Ölpreise lasse sich darauf zurückführen, dass keine sofortigen Schritte der USA gegen Russland erfolgen. Zudem zweifelt der Markt an der Durchsetzungsfähigkeit der angekündigten Maßnahmen.

