Neues Drohnenabwehrzentrum stärkt Deutschlands Sicherheit

Das neu eingeweihte Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) in Berlin wird künftig eine Schlüsselrolle im Kampf gegen unerlaubt fliegende Drohnen spielen. Ziel ist es, diese Bedrohungen schneller zu erkennen und effektiver zu neutralisieren. Der operationsfähige Betrieb des Zentrums ist für Januar geplant und es soll ein gemeinschaftliches Arbeiten von Vertretern der Bundespolizei, Sicherheitsbehörden, der Bundeswehr sowie den Nachrichtendiensten ermöglichen.
Mit seinem Aufbau orientiert sich das GDAZ an bewährten Strukturen des Gemeinsamen Terrorabwehrzentrums, welches sich intensiv mit aktuellen Risikofällen in Bezug auf islamistischen Terrorismus auseinandersetzt. Im Fokus der Drohnenabwehr stehen insbesondere sensible Bereiche wie Flughäfen, Bundeswehrstandorte und Energieversorger. Angesichts eines signifikanten Anstiegs von Drohnensichtungen, der seit Ausbruch des russischen Angriffskriegs in der Ukraine zu beobachten ist, weist der Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) auf die Möglichkeit hin, dass viele dieser Drohnen von feindlichen Mächten gesteuert werden könnten.
Neben der Vermeidung von Spionage und möglichen Sabotageakten, ist das Ziel die redundante Sicherung des zivilen Luftverkehrs und die Abwehr bedrohlicher Angriffe. Dabei steht fest, dass die potenziell anspruchsvollere Bekämpfung größerer militärischer Drohnen die Expertise und Unterstützung der Bundeswehr erforderlich macht. Eine angestrebte Reform des Luftsicherheitsgesetzes soll dies rechtlich untermauern, befindet sich jedoch noch im parlamentarischen Prozess.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) betonte bei der Eröffnung, dass nicht länger auf gesetzliche Neuerungen gewartet werden könne. Die gegenwärtige Entwicklung verlange dringend danach, die bestehenden Herausforderungen durch moderne Drohnentechnik aktiv zu adressieren. Auch der Innenminister Sachsens, Armin Schuster (CDU), unterstrich die kontinuierlich verschwimmenden Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit, welche die Bündelung ziviler und militärischer Fähigkeiten erfordere.
Der Trend spiegelt sich in einem Anstieg der Nachfrage nach Drohnenabwehrsystemen wider, wie der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) vermeldet. Ergänzend dazu hat Bundesinnenminister Dobrindt jüngst eine neue Hochleistungseinheit der Bundespolizei zur Drohnenabwehr ins Leben gerufen. Das rasche Wachstum auf 130 speziell ausgebildete Kräfte wird angestrebt, um eine schnelle Reaktionsfähigkeit zu gewährleisten – unterstützt von hochmodernen, KI-gestützten Störsystemen und automatischen Abfangdrohnen.

