Ethereum: Langfristige Kostenbasis stabilisiert sich bei $2.800

Ethereum kämpft derzeit darum, das Niveau von $3.100 zurückzuerobern, während sich der Kursverlauf verengt und der Markt auf eine entscheidende Bewegung wartet. Nach Wochen volatilen Handels bleibt ETH zwischen nachlassenden bullischen Versuchen und hartnäckigem Widerstand gefangen. Analysten sind geteilter Meinung über die zukünftige Entwicklung. Eine Minderheit erwartet, dass Ethereum an Stärke gewinnt und seine Allzeithochs herausfordert, während die vorherrschende Meinung auf ein bärisches Jahr 2026 mit schwächerer Nachfrage und strafferen Liquiditätsbedingungen hindeutet.
Inmitten dieser Unsicherheit bietet ein Bericht von CryptoQuant eine langfristige Perspektive, die den kurzfristigen Lärm durchschneidet. Die Analyse konzentriert sich auf den Realized Price von Ethereum-Accumulating Addresses, ein Maß, das die durchschnittlichen Kosten von Adressen verfolgt, die ETH kontinuierlich akkumulieren, anstatt es aktiv zu handeln. Im Gegensatz zu Momentum-Indikatoren spiegelt dieses Maß wider, wo langfristige Teilnehmer bereit sind, Kapital über längere Zeiträume zu binden.
Bemerkenswert ist, dass diese Akkumulationskosten seit 2020 stetig gestiegen sind. Selbst während des starken Rückgangs 2022–2023, als der ETH-Preis stark korrigierte, hielten langfristige Inhaber weitgehend ihre Positionen, anstatt zu kapitulieren. Dieses Verhalten schuf eine dauerhafte Grundlage im Markt.
Heute hat sich dieser Realized Price im Bereich von $2.700–$2.800 stabilisiert und bildet effektiv eine strukturelle Kostenbasis für Ethereum. Da ETH knapp über diesem Bereich schwebt, steht der Markt vor der entscheidenden Frage, ob diese langfristige Unterstützung den Preis weiterhin verankert oder ob sich die makroökonomischen Bedingungen schließlich ändern und ein seit Jahren bestehendes Regime herausfordern.
Langfristige Akkumulationsstrategie von Ethereum auf dem Prüfstand
Der Bericht argumentiert, dass sich die Debatte um Ethereum verschiebt. Die zentrale Frage ist nicht mehr, ob die Akkumulationszone von $2.700–$2.800 kurzfristig hält, sondern ob dieses langjährige Akkumulationsregime dauerhaft bestehen kann. Laut Daten von CryptoQuant hebt sich Ethereum in diesem Kontext deutlich vom breiteren Altcoin-Markt ab.
Seit 2022 haben die meisten Altcoins starke Rückgänge erlitten, ohne jemals eine dauerhafte Akkumulationsbasis zu bilden. Das Fehlen eines konsistenten langfristigen Kaufverhaltens erklärt, warum Erholungen im Altcoin-Bereich schwächer und fragiler waren. Im Gegensatz dazu hat Ethereum wiederholt die Fähigkeit gezeigt, die Überzeugung langfristiger Inhaber durch mehrere Stressphasen zu bewahren, darunter 2018, 2020, 2022 und sogar die Volatilität im Jahr 2025.
Allerdings entwickeln sich Märkte weiter, und strukturelle Regime halten nicht ewig. Zeiten scheinbarer Stabilität sind oft die Momente, in denen zugrunde liegende Annahmen am anfälligsten für Veränderungen sind. Aus einer zukunftsgerichteten Perspektive stechen zwei Szenarien hervor.
Solange der ETH-Preis nahe oder über seinen Akkumulationskosten handelt, signalisiert dies, dass langfristige Käufer engagiert bleiben und die relative Widerstandsfähigkeit von Ethereum im Vergleich zu den meisten Altcoins verstärken. Ein nachhaltiger Bruch unterhalb dieser Kostenbasis würde jedoch einen bedeutenden Verhaltenswandel unter den langfristigen Inhabern implizieren – einen, der die Vorstellung herausfordern könnte, dass Ethereum dauerhaft aus seinem Bewertungsrahmen vor 2020 ausgebrochen ist.
In der heutigen Umgebung dominieren kurzfristige Preisschwankungen die Aufmerksamkeit, aber es ist dieser strukturelle Kampf unter der Oberfläche, der letztlich den nächsten großen Zyklus von Ethereum definieren könnte.
Kurs konsolidiert sich, während Bullen die $3.000-Zone verteidigen
Ethereum konsolidiert sich derzeit um das Niveau von $3.100, nachdem es nicht gelungen ist, höhere Widerstandszonen zurückzuerobern. Dies spiegelt einen Markt wider, der zwischen Stabilisierung und Fortsetzungsrisiko gefangen ist. Der Chart zeigt, dass ETH unter seinen kurz- und mittelfristigen gleitenden Durchschnitten handelt, wobei der 50-Tage- und der 100-Tage-Durchschnitt nun als dynamischer Widerstand statt als Unterstützung fungieren. Diese Verschiebung bestätigt, dass die breitere Struktur nach der Ablehnung aus der $4.000–$4.200-Region weiterhin korrektiv bleibt.
Bemerkenswert ist, dass der Bereich von $3.000–$3.100 als kritischer Drehpunkt aufgetreten ist. Der Preis hat diesen Bereich wiederholt verteidigt, was auf das Vorhandensein von Nachfrage und kurzfristiger Akkumulation hindeutet. Allerdings bleibt das Aufwärtsmomentum begrenzt, da jeder Anstieg auf Verkaufsdruck in der Nähe absteigender gleitender Durchschnitte trifft. Dieses Verhalten ist typisch für Märkte, die versuchen, eine Basis nach einem längeren Rückgang zu bilden, anstatt eine klare Trendwende einzuleiten.
Aus struktureller Sicht bleibt ETH über dem langfristigen gleitenden Durchschnitt, der weiterhin nach oben geneigt ist. Dies deutet darauf hin, dass der breitere makroökonomische Trend nicht vollständig zusammengebrochen ist, obwohl das kurzfristige Momentum schwach ist. Auch das Volumen ist bei den jüngsten Erholungen zurückgegangen, was die Idee verstärkt, dass den Käufern die Überzeugung fehlt.
Für die Bullen wäre eine nachhaltige Rückeroberung des $3.300-Niveaus erforderlich, um das Momentum zu verschieben und die bärische Struktur herauszufordern. Bis dahin scheint Ethereum in einer Konsolidierungsphase gefangen zu sein, wobei Abwärtsrisiken bestehen, falls die $3.000-Unterstützung nicht hält.

