Metro 2039 zeigt fast drei Minuten Gameplay und enthüllt das Release Fenster für 2027
4A Games macht ernst. Auf dem Xbox Games Showcase präsentierte das Studio einen fast drei Minuten langen Trailer mit Spielszenen zu Metro 2039 – und der offenbart nicht nur die Rückkehr in die klaustrophobischen Tunnel Moskaus, sondern einen Antagonisten, den alteingesessene Fans der Reihe nur zu gut kennen. Hunter, einst ein angesehener Elite-Ranger des Ordens der Spartaner, hat die Metro unter seine Kontrolle gebracht. Mit Lügen, Propaganda und einem fanatischen Regime. Das Problem: Der spielbare Charakter – offiziell nur „der Fremde“ genannt – nimmt das verdammt persönlich und sinnt auf Vergeltung. Die Entwickler versprechen für Februar 2027 das düsterste Kapitel der gesamten Serie.
Wenn aus dem Helden von einst der Endgegner wird
Hunter ist kein Unbekannter. In Metro 2033 war er der Ranger, der dem jungen Artyom seine ikonischen Hundemarken überreichte und damit die Ereignisse des ersten Spiels ins Rollen brachte. Dass 4A Games ausgerechnet diesen Charakter nun zum fanatischen Anführer eines repressiven Regimes macht, ist ein cleverer narrativer Schachzug – denn anders als ein gesichtsloser neuer Bösewicht trägt Hunter echtes Gewicht im Metro-Universum. Der Fremde, ein bislang neuer Protagonist und nicht etwa Artyom, wird als von Wut und Hass zerfressene Figur beschrieben, die Hunters Heuchelei öffentlich anprangert. Die Entwickler zeichnen das Bild eines zerstörten Ordens: Aus den selbstlosen Beschützern der Metro sind Trümmer und Verrat geworden – und der Fremde glaubt, dass Hunter genau zu dem Feind mutiert ist, gegen den die Spartaner einst angetreten sind.
Knapp drei Minuten Gameplay und eine fiese neue Waffe
Der Trailer liefert nicht nur Story-Brocken, sondern erstmals echtes Spielmaterial. Fast drei Minuten In-Game-Szenen zeigen, worauf sich Fans der Reihe freuen dürfen: eine Rückkehr zum beklemmenden Zusammenspiel aus Schleichpassagen und direkter Action, die Erkundung enger Tunnel und zerstörter Oberflächen sowie die von früheren Teilen bekannten Überlebensmechaniken. Das bedeutet: Gasmaske checken, Munition rationieren, im Dunkeln den Atem anhalten. Neu im Arsenal ist die Stealth-Waffe „Shatun“ – über deren genaue Funktionsweise schweigt das Studio bislang, aber der Name deutet auf ein Werkzeug für lautlose, brutale Nahkampfabschaltungen hin. Dazu gesellt sich ein neuer Sprengladungstyp, der offenbar mehr taktische Optionen im Kampf gegen Hunters Regime eröffnen soll. Dass der Gameplay-Einblick auf dem Xbox Games Showcase stattfand, ist kein Zufall: Bereits im April 2026 hatte Microsoft die erste offizielle Bestätigung von Metro 2039 exklusiv im Rahmen eines Xbox First Look-Events platziert, was auf eine enge Marketing-Partnerschaft hindeutet.
Ein Studio, das unter Extrembedingungen abliefern muss
4A Games entwickelt Metro 2039 parallel in der Ukraine – inmitten des anhaltenden russischen Angriffskriegs – und in Malta. Ein Umstand, den das Studio in der Ankündigung offen thematisiert und mit einem Verweis auf die ukrainische Spendenplattform United24 verknüpft. Dass unter diesen Bedingungen überhaupt ein Spiel dieses Kalibers entsteht, verdient Anerkennung – wirft aber gleichzeitig Fragen zur Stabilität des Entwicklungsprozesses und zum Release-Zeitplan auf. Der Vorgänger Metro Exodus (2019) war technisch ambitioniert, litt zum Launch aber unter spürbaren Performance-Rucklern auf Konsolen. Die hauseigene 4A Engine bekam später mit der Enhanced Edition zwar ein massives Raytracing-Upgrade spendiert, doch die Frage bleibt: Kann 4A Games zum Start im Februar 2027 eine technisch saubere Version für Xbox Series X|S, PlayStation 5 und PC abliefern? Die bisherige Erfolgsbilanz des Studios rechtfertigt zumindest verhaltenen Optimismus – die Metro-Reihe hat sich in den letzten Jahren eine treue Fangemeinde aufgebaut, über eine Million Wishlist-Einträge sprechen eine deutliche Sprache. Offizielle Preise für den DACH-Raum hat PLAION noch nicht kommuniziert – Händler listen das Spiel aktuell ab rund 60 Euro.

