Das erste Gameplay von Remothered 3 offenbart Psycho Kräfte die den Kampf gegen die Stalker revolutionieren
Das italienische Studio Stormind Games hat auf der PC Gaming Show den ersten Trailer mit Spielszenen zum Horror-Abschluss Remothered: Red Nun’s Legacy enthüllt – und der geht deutlich offensiver zur Sache, als man es von der Reihe gewohnt ist. Statt nur zu verstecken, dürft ihr diesmal mit übersinnlichen Fähigkeiten und Nahkampfwaffen zurückschlagen. Ein mutiger Kurswechsel für eine Serie, deren letzter Ableger technisch krachend gescheitert ist.
Ein Psycho Arsenal gegen die mörderischen Verfolger
Die größte Überraschung im gezeigten Material: Red Nun’s Legacy spendiert euch gleich drei übernatürliche Fähigkeiten, die das klassische Versteckspiel der Vorgänger gehörig aufmischen. Retrokognition lässt euch die Echos vergangener Ereignisse an Objekten und Orten nachspüren – ein erzählerisches Werkzeug, das Atmosphäre und Rätsel clever verzahnt.
Richtig spannend wird es bei den beiden anderen Fertigkeiten: Mit der Fähigkeit, verborgene Wahrheiten in Spiegelungen zu erkennen, sollen hypnotische Illusionen durchbrochen und neue Wege freigelegt werden. Die Kontrolle über Mottenschwärme wiederum dient nicht nur der Atmosphäre – ihr könnt damit verseuchte Nester zerstören und zuvor unzugängliche Pfade öffnen.
Parallel dazu führt das Studio erstmals Nahkampfwaffen ein, mit denen ihr die als Stalker bezeichneten Jäger in kritischen Momenten auf Distanz halten könnt. Das ist ein deutlicher Bruch mit der bisherigen Design-Philosophie, die fast ausschließlich auf Flucht und Verstecken setzte. Ob diese Mischung aus Offensive und Hilflosigkeit aufgeht, wird entscheidend davon abhängen, wie sparsam das Studio die Waffen dosiert.
Die Schatten der Vergangenheit lasten schwer auf dem dritten Teil
Dass Stormind Games mit der Enthüllung des finalen Trilogieteils überhaupt eine dritte Chance bekommt, ist alles andere als selbstverständlich. Der Erstling Tormented Fathers (2018) kam mit einem Metascore von 77 auf dem PC noch solide weg und überzeugte vor allem atmosphärisch.
Doch der zweite Teil, Broken Porcelain aus dem Jahr 2020, geriet zum Desaster: Ein Metascore von 44 auf der PlayStation 4 und mickrige 39 auf dem PC – das Spiel landete auf etlichen Listen der schlechtesten Titel des Jahres. Gamebreaking Bugs, eine verheerende KI und technische Patzer zerstörten, was atmosphärisch durchaus Potenzial hatte.
Das Studio stand danach fast fünf Jahre lang still, was die Remothered-Marke betrifft. Dass man jetzt mit einem spürbar erweiterten Gameplay-Konzept und einem deutlich ambitionierteren Umfang zurückkommt, liest sich wie der Versuch einer kompletten Rehabilitation. Nur: Ein Trailer mit Spielszenen ist keine Garantie für technische Stabilität. Genau hier muss Stormind Games abliefern – kompromisslos.
Ein Horror Komponist der Königsklasse und prominente Sprecher
Einen echten Coup hat das Studio auf der Audioseite gelandet: Akira Yamaoka, der Mann hinter dem unverwechselbaren Sound der klassischen Silent Hill Spiele, komponiert den Soundtrack. Für ein Survival Horror Projekt, das sich explizit als Liebesbrief an die Klassiker des Genres versteht, ist das die Idealbesetzung.
Yamaokas Kunst, mit verzerrten Industrial-Klängen und fragilen Piano-Melodien eine ständige Beklemmung zu erzeugen, könnte dem dritten Remothered genau die klangliche Identität verleihen, die den Vorgängern noch fehlte. Im aktuellen Horror-Umfeld, wo Silent Hill Townfall und Silent Hill f das Erbe der Reihe fortschreiben, ist das ein geschickter Schachzug.
Auch vor dem Mikrofon wird es hochkarätig: Maggie Robertson, die als Lady Dimitrescu in Resident Evil Village eine der prägnantesten Horror-Figuren der letzten Jahre verkörperte, und Cissy Jones (BAFTA-prämiert für Firewatch) leihen den Charakteren ihre Stimmen.
Gleichzeitig läuft für exakt 24 Stunden eine clever platzierte Gratisaktion: Tormented Fathers gibt es aktuell kostenlos auf Steam, Broken Porcelain verschenkt das Studio auf GOG. Wer sich ein Bild vom Auf und Ab der Reihe machen will, bekommt dafür jetzt die Gelegenheit – und Stormind Games im Optimalfall zwei neue Fans, die dann den dritten Teil kaufen.
Der Release rückt näher, ein Preis steht aus
Fest steht: Remothered: Red Nun’s Legacy soll noch 2026 erscheinen – für PC, PlayStation 5, Xbox Series X und S sowie für Nintendos Switch 2. Dass die neue Nintendo-Hardware von Beginn an bedient wird, ist ein starkes Signal. Survival Horror auf einer Handheld-fähigen Plattform hat mit der Switch 2 potenziell eine deutlich breitere technische Basis als noch beim Vorgänger.
Die physische Deluxe Edition ist bei Händlern wie Amazon bereits für 39,99 Euro gelistet. Einen offiziellen digitalen Standardpreis hat Stormind Games allerdings noch nicht kommuniziert. Erfahrungsgemäß dürfte der zwischen 25 und 30 Euro liegen. Auf Steam kann der Titel bereits auf die Wunschliste gesetzt werden.

