Life Below im Test: Ein Korallenriff voller Herausforderungen
Life Below von Megapop ist ein Städtebau-Simulationsspiel, in dem ihr ein eigenes Ökosystem in einem Korallenriff aufbauen möchtet. Wer den Ozean mag, wird sicherlich Spaß an diesem Spiel haben.
Das Riffherz wählt Thalassa aus, um das Riff zu retten und wieder aufzubauen. Dem Riff könnt ihr dabei nach Belieben einen eigenen Namen geben. Ihr fangt ganz entspannt mit der ersten Zone an, in der sich auch das Riffherz befindet. Nach und nach werdet ihr durch eure Möglichkeiten geführt, ohne vom Spielsystem überrannt zu werden. Ziel des Spiels ist es, ein starkes Ökosystem in eurem Riff wiederherzustellen.
Korallen, Wasserlinge und Artenvielfalt
Zu Beginn bekommt man das System ein bisschen nähergebracht. Wir haben diverse Korallenarten, Algen, Höhlen, Muscheln und dergleichen, um unser Riff langsam, aber sicher aufzubauen. Helfen tun uns dabei die Wasserlinge. Sie übernehmen die verschiedensten Aufgaben im Riff. Sie sammeln zum Beispiel die Materialien ein, die Muscheln und Korallen produzieren. Diese transportieren sie dann auch zu den jeweiligen Zonen, in denen man gerade etwas Neues aufbauen möchte.
Mit Mondkorallen können wir außerdem Energienetze aufbauen. Denn alles im Riff benötigt eine gewisse Anzahl an Energie. Darunter auch die Behausungen von Fischen und anderen Meerestieren.
Je stabiler das Ökosystem in eurer Zone ist, desto mehr Artenvielfaltspunkte erhaltet ihr. Diese sind vor allem wichtig, wenn ihr neue Zonen kaufen möchtet und Forschung betreibt. Jede Zone hat dabei ihr eigenes Ökosystem. Das heißt, ihr müsst alle Zonen, die ihr einkauft, gleichermaßen im Auge behalten. Sollte es in einer Zone Probleme geben, erhaltet ihr dazu eine Nachricht am Bildschirmrand.
Ihr könnt euer Ökosystem zudem nur auf den Steinen aufbauen, was in einigen Zonen durchaus recht begrenzt ist. Außerdem haben die Zonen verschiedene Zustände, denen ihr entgegenwirken müsst. In Vulkanebenen zum Beispiel ist die Wassertemperatur zu hoch. Dort halten Algen und Fische nicht lange durch. Allerdings könnt ihr durch verschiedene Naturstrukturen aktiv Einfluss darauf nehmen. Kältekorallen zum Beispiel können die Temperatur senken und eine Zone stabilisieren. Umgekehrt gilt das für Arktiszonen, die zu kalt sind.
Auch der pH-Wert einer Zone spielt eine wichtige Rolle, damit das Ökosystem dort gedeihen kann. Auch hier gibt es Alkalikorallen und Säurekorallen, mit denen ihr den pH-Wert des Wassers beeinflussen könnt. Fällt ein Wert in einen kritischen Bereich, erhaltet ihr eine Nachricht. Das ist durchaus praktisch. Zusätzlich gibt es eine Übersicht, in der alle wichtigen Informationen zu den einzelnen Zonen zusammengefasst werden.
Wenn das Ökosystem an seine Grenzen stößt
Ich muss sagen, durch den begrenzten Platz fand ich es teilweise durchaus schwierig, das Ökosystem auf höhere Prozentwerte zu bringen. Der Küstenstreifen-Golf ist zum Beispiel das Anfangsgebiet, kann aber nur 144 Fische umfassen, um stabil zu sein. Den Rest müsste man mit Produktionskorallen oder Mondkorallen für Energie zupflastern.
Durch die Forschung kann man zwar vieles aufwerten, aber da ab einem Wert von über 90 Prozent keine natürlichen Krisen mehr auftreten, wäre es schön, diesen Wert einfacher erreichen zu können. Denn die Story und die Quests treiben einen recht schnell dazu, mehrere Zonen besitzen zu müssen, darunter auch höherstufige Gebiete, um weiterzukommen.
Die Aufwertung des Herzriffs ist nur mit dem Fortschritt der Story möglich. Wenn ich mich aber bereits in den ersten Stunden mit acht Zonen herumschlagen muss, die ich trotz aller verfügbaren Erweiterungen gerade einmal auf 60 Prozent bringen kann, wird das schnell frustrierend. Vor allem dann, wenn der verfügbare Platz in einer Zone gar nicht ausreicht, um genügend Elemente zu platzieren. Die Bereiche, um die man sich kümmern muss, werden dadurch entsprechend schnell sehr groß.
Naturkatastrophen als Geduldsprobe
Ein weiterer Punkt, den ich nicht mochte, war die Art und Weise, wie Krisen auftreten. Man bekommt zwar einen Hinweis, wenn ein Naturproblem bevorsteht und eine Zone gefährdet ist, aber vorab wird nicht unbedingt erklärt, ob dieses Ereignis den pH-Wert senkt oder steigert oder die Temperatur beeinflusst.
Hat man dann nicht genug Materialien auf Lager, um schnell die passenden Korallen zur Gegenwehr zu bauen, schaut man recht schnell dumm aus der Wäsche. Und dass mir Materialien fehlten, kam durchaus häufiger vor. Es kann natürlich sein, dass mir einfach etwas Geduld oder Erfahrung fehlt, dennoch möchte man ja auch Fortschritte machen. Also muss gebaut werden, um das Ökosystem zu stabilisieren. Gleichzeitig benötigt man immer mehr Mondkorallen, denn auch Energie war bei mir ständig Mangelware.
Die Grafik ist insgesamt solide und die Bildrate blieb stabil. Das Spiel ist mir in sechs Stunden Spielzeit zwar zweimal abgestürzt, dank der Autosaves war das aber nicht sonderlich dramatisch. Positiv fand ich außerdem, dass ich meinen Speicherständen eigene Namen geben konnte. Ehrlich gesagt habe ich das genutzt, um die Naturkatastrophen besser unter Kontrolle zu behalten. Kam die Nachricht herein, dass sich eine Katastrophe anbahnt, habe ich gespeichert, geschaut, was passiert, und anschließend den Spielstand geladen, um genügend Zeit zu haben, die richtigen Korallen zur Bekämpfung vorzubereiten.
Fazit zu Life Below
Life Below bietet eine interessante und ungewöhnliche Städtebau-Erfahrung, die das Thema Korallenriffe und Ökosysteme gelungen in den Mittelpunkt rückt. Der Aufbau der einzelnen Zonen, das Balancieren von Temperatur, pH-Wert und Artenvielfalt sowie die stetige Erweiterung des eigenen Riffs sorgen für eine motivierende Spielschleife. Gleichzeitig erschweren begrenzter Bauplatz, teils schwer vorhersehbare Naturkatastrophen und ein recht schneller Anstieg der Komplexität den Spielfluss spürbar. Wer Management-Spiele mit ökologischem Fokus mag und bereit ist, etwas Geduld mitzubringen, findet hier dennoch einen spannenden Titel mit einer erfrischenden Grundidee.





