Nintendo muss 35 Millionen Euro zahlen – Joy-Con-Drift wird jetzt richtig teuer
Die französische Verbraucherschutzbehörde hat gegen Nintendo eine Geldstrafe von 35 Millionen Euro verhängt. Der Grund dafür ist der seit Jahren bekannte Joy-Con Drift, welchen unzählige Nintendo Switch Controller erlitten haben.
Joy-Con Drift
Bei zahlreichen Joy-Cons kam es nach einiger Zeit vor, dass dessen Analogsticks Bewegungen vernommen haben, obwohl sie nicht berührt worden waren. Dies hatte es oftmals unmöglich gemacht damit Videospiele zu spielen. Betroffen waren die Joy-Cons auf der ganzen Welt. Nintendo konnte sich immer wieder aus der Verantwortung ziehen. Nun aber haben es die französischen Behörden es geschafft Nintendo eine Geldstrafe von 35 Millionen Euro zu verhängen.
Irreführende Geschäftspraxis
Ermittler geben an, dass Nintendo bereits seit 2018 von den Defekten gewusst hätten. Öffentlich wurde dieses Problem erst deutlich später kommuniziert. Aus diesem Grund der mangelnden Informationen hätten viele Kunden dies nicht als Seriendefekt erkannt und neue Joy-Cons gekauft, anstatt diese reparieren zu lassen. Nintendo hat also laut den Franzosen eine irreführende Geschäftspraxis betrieben.
Kein Schuldeingeständnis
Nintendo hat die Strafe angenommen. Das heißt die 35 Millionen Euro werden bezahlt. Die Firma betont aber, dass es sich hierbei um kein Schuldeingeständnis handle. Dies dürfte den Grund haben, dass weitere Länder damit gegen Nintendo und deren Verschweigen von wichtigen Informationen vorgehen können.
Kostenlose Reparaturen
Die Verbraucher haben seit der Markteinführung dieses Problem gehabt. Mehrere Verbraucherorganisationen in Europa haben dies über Jahre kritisiert. Schon im Jahr 2021 hat die europäische Verbraucherschutzorganisation BEUC eine koordinierte Beschwerde gegen Nintendo eingereicht. Nintendo musste aufgrund dieses Drucks nachgeben und hat deshalb angeboten europaweit defekte Joy-Cons kostenlos zu reparieren. Dies sogar außerhalb der regulären Garantiezeit. So werden noch heute defekte Joy-Cons kostenlos repariert.
Teuerste Sanktion
Der Fall von Nintendo zeigt, dass die Transparenz über die Qualität der angeboten Produkte mittlerweile reguliert wird. Der Joy-Con Drift hat zwar den kommerziellen Erfolg der Nintendo Switch nicht verhindert. Umso schlimmer, dass ein sehr großer Teil der Kunden davon betroffen war. Die Strafe der Franzosen gehört zu den teuersten Sanktionen, welchen die Behörde bisher gegen ein Unternehmen im Verbraucherschutz verhängt hat.
Interessant ist der Zeitpunkt der Entscheidung. Schließlich befinden wir uns in der Postphase der Nintendo Switch, denn die Switch 2 ist bereits auf dem Markt. Bisher gab es noch keine Hinweise auf Joy-Con Drifts bei der neuen Hardware. Allerdings ist die verwendete Technologie der verwendeten Analogsticks sehr ähnlich zu der, der Switch 1. Ob sich das Drama wiederholt, wird die Zeit zeigen. Für Nintendo könnte es in so einem Fall sehr teuer werden.
Quelle: lemonde.fr


