Knappe Kassen: Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst bleiben spannend
Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder stecken in einer entscheidenden Phase fest, und ein baldiger Durchbruch ist noch nicht in Sicht. Der Verhandlungsprozess zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Beamtenbund dbb spitzt sich zu, da rund 900.000 Tarifbeschäftigte sowie über 1,3 Millionen Beamte und Pensionäre auf Verbesserungen hoffen. Zusammen sind etwa 2,2 Millionen Beschäftigte betroffen.
Die Verhandlungen in Potsdam gelten als richtungsweisend, da ihre Ergebnisse möglicherweise neue Warnstreiks in den Ländern verhindern könnten. Sollte keine Einigung erzielt werden, droht eine erneute Vertagung, was den Druck auf die Verhandlungen weiter erhöht. Auch ein vollständiges Scheitern der Gespräche ist nicht ausgeschlossen, wenngleich Verhandlungsinsider dies als unwahrscheinlich erachten. Im Falle eines Misserfolgs stünde eine Urabstimmung über Vollstreiks im Raum, wie dbb-Chef Volker Geyer ankündigte.
Die Bedeutung dieser Verhandlungen erstreckt sich weit über den klassischen Verwaltungsbereich hinaus. Auch Straßenmeistereien, Universitätskliniken, Justizvollzugsanstalten sowie IT-Fachkräfte und Tierpfleger im Stuttgarter Zoo sind betroffen. Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel führte im Auftrag der Tarifgemeinschaft deutscher Länder ein Angebot von über fünf Prozent an, doch stießen diese Vorschläge bei Verdi-Chef Frank Werneke und Geyer auf Kritik. Die Gewerkschaften fordern eine monatliche Erhöhung von sieben Prozent oder mindestens 300 Euro.

