Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder intensivieren sich
Der Ruf nach einer Einigung im tariflichen Schlagabtausch um den öffentlichen Dienst der Länder wird lauter, doch ein schnelles Ergebnis scheint weiterhin in ungreifbarer Ferne. Mit Streikaktionen und Kundgebungen machten in den vergangenen Tagen Mitarbeitende aus dem gesamten Bundesgebiet auf ihre Anliegen aufmerksam. Am Mittwoch werden die Verhandlungen zwischen Vertretern der Gewerkschaften und Arbeitgebern in Potsdam fortgesetzt, wobei für die dritte Verhandlungsrunde drei Tage angesetzt sind.
Die Fronten sind allerdings derart verhärtet, dass Insider bereits mit einer Verlängerung der Gespräche bis Samstag rechnen. Während die Gewerkschaften Verdi und der Beamtenbund dbb für mehr als 900.000 Tarifbeschäftigte monatlich sieben Prozent mehr Lohn oder mindestens 300 Euro zusätzlich fordern, lehnen die Arbeitgeber diese Forderung als überzogen ab. Bei einer positiven Einigung möchten die Gewerkschaften das Ergebnis zukünftigt auf etwa 1,3 Millionen Beamte und Versorgungsempfänger der Länder anwenden, doch Hessen bleibt aufgrund getrennter Verhandlungen ausgenommen.
In den Gesprächen, die unter anderem für Beschäftigte von Universitätskliniken, Schulen, Hochschulen, der Polizei und Kitas von Relevanz sind, fehlt im Gegensatz zu Verhandlungen auf kommunaler und Bundesebene eine Schlichtungsoption. Diese Tatsache erhöht den Druck auf beide Seiten, denn bei einem weiteren Scheitern steht eine zusätzliche Verhandlungsrunde im Raum.
Der Start am Mittwoch könnte durch Protestaktionen erschwert werden, da landesweit Versammlungen den Zugang zum Verhandlungshotel beeinträchtigen dürften – ein weiteres Zeichen des deutlichen Drucks, der auf den Schultern der Tarifparteien lastet.

