Insider-Verkäufe am US-Aktienmarkt nehmen Fahrt auf
Der US-Aktienmarkt hat sich stabilisiert und nähert sich erneut den Rekordhöhen vom Februar, doch die Führungsetagen der Unternehmen nutzen dies verstärkt für den Verkauf von Aktien. Laut Daten des Washington Service haben im laufenden Monat bis zum 11. Juni 778 Unternehmensinsider ihre Anteile verkauft, während lediglich 200 Insider auf der Käuferseite standen.
Dadurch ergibt sich ein Kauf-Verkaufs-Verhältnis von nur 0,26, der niedrigste Wert seit November. Diese Zurückhaltung seitens der Führungskräfte, die ihre Unternehmen wahrscheinlich am besten kennen, könnte auf mangelndes Vertrauen in die Nachhaltigkeit des jüngsten Kursanstiegs hinweisen. Der S&P 500 und der Nasdaq 100 haben sich nach positiven Handelsnachrichten und soliden Quartalsberichten von den Turbulenzen im Frühjahr erholt und notieren wieder nahe ihrer Allzeithochs.
„Die Botschaft der Führungskräfte ist unmissverständlich: Viele halten ihre Unternehmen für überbewertet und nutzen die aktuelle Marktlage für Verkäufe“, erklärt Irene Tunkel, Chefstrategin für US-Aktien bei BCA Research. Doch historisch betrachtet übersteigen die Verkäufe oft die Käufe, da Aktienverkäufe von Führungskräften häufig auch durch persönliche finanzielle Planungen motiviert sind.
Für Mark Hackett von Nationwide ist Insider-Kauf häufiger ein stärkerer Indikator als Verkauf, da letztere aus vielerlei Gründen, wie Erbschaftsplanungen oder Optionen, stattfinden. „Ein Rückgang der Käufe signalisiert eine gewisse Unsicherheit im Markt, reflektiert aber auch die hohen Bewertungen“, so Hackett.
Aktuell werden die S&P 500-Aktien mit dem 22-fachen der in den nächsten 12 Monaten erwarteten Gewinne gehandelt, das sind 18% über dem langjährigen Durchschnitt. Während sich die Euphorie über die Marktrückkehr nun daran messen muss, dass Präsident Trump erneut Zolldrohungen aufleben lässt, sollten Investoren ein wachsames Auge auf das Volumen der Insider-Verkäufe haben.
„Es ist kein Alarmsignal, aber es zeigt, dass jene, die ihre Unternehmen gut kennen, die Bewertungen als hoch erachten“, warnt Matt Maley von Miller Tabak. Investoren sollten Vorsicht walten lassen, da der Markt erneut teuer bewertet ist.

