"Ich war nie im Unrecht": Hanno Berger kämpft weiter
Hanno Berger, der als zentrale Figur im berüchtigten Cum-Ex-Steuerskandal gilt, zeigt sich trotz seiner rechtskräftigen Verurteilung zu langen Haftstrafen ungebrochen kämpferisch. "Ich war nie im Unrecht", betont der 74-jährige Berger, der derzeit in der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt einsitzt. Dort widmet er sich nach eigenem Bekunden intensiv seiner Verteidigung. Bereits seit über einem Jahrzehnt verfolgt ihn der Schwebstoff des Skandals, der 2021 seine Verhaftung in der Schweiz und anschließende Auslieferung an Deutschland zur Folge hatte. Während Berger die Cum-Ex-Aktiengeschäfte, bei denen Kapitalertragsteuer mehrfach zurückgefordert wurde, als legal bezeichnet, sieht die Justiz sie als schwerwiegende Steuerhinterziehung an.
Berger äußert herbe Kritik an der Strafverfolgung, insbesondere an der Kölner Staatsanwaltschaft. Die Durchsuchung seiner Privaträume im Jahr 2014 sei ein "Schande für den Rechtsstaat" gewesen, da die Behörden kein Interesse an den gesetzlichen Grundlagen gezeigt hätten. Die Ermahnung richtet sich auch gegen die damalige Staatsanwältin Anne Brorhilker, der Berger Voreingenommenheit vorwirft. Ihrer Meinung nach hätte sie die kriminelle Natur der Geschäfte sofort erkennen müssen.
Sein bisheriger Lebensweg steht synonym für die weitreichenden Cum-Ex-Geschäfte, die den deutschen Fiskus um mindestens zehn Milliarden Euro betrogen haben. Berger pries sie als legale Steueroptimierung an und profitierte in Millionenhöhe. Nach seiner Flucht in die Schweiz und der Verurteilung durch die Landgerichte Bonn und Wiesbaden steht er weiterhin unter Beschuss, wobei der Bundesgerichtshof seine Schuldsprüche bestätigte.
Mit seinem ehemaligen Kanzleipartner Kai-Uwe Steck, der als Kronzeuge eine mildere Strafe erhielt, hat sich Berger überworfen. Berger bezichtigt Steck der Falschaussagen vor Gericht, und hat rechtliche Schritte gegen ihn eingeleitet. Für Berger selbst ist klar: Der Kampf um seine Rehabilitierung ist noch längst nicht vorbei.

