Historisches Urteil: Südkoreanischer Ex-Präsident Yoon zu lebenslanger Haft verurteilt
Der ehemalige südkoreanische Präsident Yoon Suk Yeol steht im Mittelpunkt eines der bedeutendsten politischen Strafprozesse in der Geschichte seines Landes. Wegen Ausrufung des Kriegsrechts im Dezember 2024 wurde der 65-Jährige nun vom zentralen Bezirksgericht in Seoul zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihm wird vorgeworfen, einen verfassungswidrigen Aufstand geführt zu haben, der das Land in eine tiefe Staatskrise gestürzt hat. Yoon hat jedoch noch die Möglichkeit, gegen das Urteil Berufung einzulegen.
Richter Jee Kui Youn sprach in seiner Urteilsverkündung von einem erfüllten Tatbestand des Aufstands. Dennoch lehnte er den Vorwurf der Sonderstaatsanwaltschaft ab, wonach Yoon das Kriegsrecht genutzt habe, um eine 'dauerhafte Diktatur' zu errichten.
Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierten Tausende von Yoons Anhängern, mit der Hoffnung, dass der amerikanische Präsident Donald Trump intervenieren könne, um Druck auf die südkoreanische Justiz auszuüben. Yoon hatte am 3. Dezember 2024 unerwartet das Kriegsrecht ausgerufen, gefährdete damit die Verfassung und wollte nach eigenen Angaben die demokratische Ordnung vor kommunistischen Einflüssen der Opposition schützen.
Kritiker sahen darin einen Versuch, seine politisch angeschlagene Präsidentschaft zu sichern und die mächtige Opposition auszuschalten, die seine Gesetzesinitiativen monatelang blockiert hatte. In einem dramatischen Aktionsplan entsandte Yoon Soldaten, die das Parlamentsgebäude stürmten. Trotz Rangeleien mit Abgeordneten konnte eine größere Eskalation vermieden werden, da die Nationalversammlung das Kriegsrechtsdekret schnell widerrief.
Während Yoon weiterhin alle Vorwürfe bestreitet, sehen Beobachter seine Pläne zu einem militärischen Konflikt mit Nordkorea als gescheitert an, was seine Motive weiter infrage stellt. Die Kriegsrechtsaffäre hat neben Yoon auch zahlreiche politische Weggefährten vor Gericht gebracht. Unter ihnen der ehemalige Ministerpräsident Han Duck Soo, der zu 23 Jahren Haft verurteilt wurde. Endlich führt der links-zentristische Präsident Lee Jae Myung, ehemals Yoons Oppositionsgegner, das Land und bemüht sich, die Spuren der Staatskrise zu beseitigen.

