Fresenius Medical Care: Trotz positiver Quartalszahlen unter Druck
Die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) zeigten sich am Dienstag erstaunlicherweise schwach, obwohl das Unternehmen im dritten Quartal mit erfreulichen Geschäftsergebnissen überraschte. Die Papiere fielen am Vormittag mit einem Verlust von fast sechs Prozent auf 43,05 Euro und waren damit Schlusslicht im Dax. Dies entspricht dem Kursniveau von Mitte September. Als Grund für die Kursverluste führten Händler die mögliche Platzierung von FMC-Aktien durch den Großaktionär Fresenius an.
Erfreulicherweise übertraf FMC trotz eines nach wie vor schleppenden US-Geschäfts die Markterwartungen. Besonders das starke organische Wachstum in allen Geschäftsbereichen sowie das fortgesetzte Sparprogramm wirkten sich positiv aus. Die Jahresziele wurden vom Konzern bestätigt, was eigentlich ein positives Signal hätte sein sollen.
Der JPMorgan-Analyst David Adlington lobte die unerwartet gute Umsatz- und Ergebnisentwicklung von FMC. Dennoch wies er bereits am Morgen darauf hin, dass die Spekulationen über eine mögliche Anteilsplatzierung durch Fresenius den Kurs belasten könnten. Zudem verlief die FMC-Aktie seit Anfang September deutlich besser als die des US-amerikanischen Konkurrenten Davita.
Die ehemalige Konzernmutter Fresenius hatte sich im Frühjahr von Aktien im Wert von 1,1 Milliarden Euro brutto getrennt – teilweise direkt, teilweise über eine bis 2028 fällige Umtauschanleihe. Sollte diese Anleihe gewandelt werden, würde Fresenius' Anteil an FMC auf etwa 25 Prozent sinken. Zudem verpflichtete sich Fresenius im Frühjahr zu einer 180-tägigen Lock-up-Periode, in der keine weiteren Aktienverkäufe stattfinden sollten.

