Fresenius Medical Care: Starke Gewinne trotz gedrückter Börsenstimmung
Der Dialyse-Spezialist Fresenius Medical Care (FMC) erzielt beeindruckende Fortschritte mit seinem Einsparprogramm, während die Aktie unter Druck gerät. Im dritten Quartal verzeichnete der Konzern einen überraschend hohen Gewinn, gestützt durch erhebliche Kostensenkungen und starkes organisches Wachstum. Die Vorstandsvorsitzende Helen Giza zeigt sich optimistisch über die Zukunft des Unternehmens: „Wir werden unsere Versprechen bis 2025 einlösen“, betonte sie entschlossen.
An der Börse setzte sich ein gegensätzlicher Trend durch: Die Aktie von FMC war stark im Minus. Branchenfachleute kritisierten die zähe Entwicklung der Behandlungszahlen im bedeutendsten Markt, den USA. Veronika Dubajova von Citigroup führte dies als Hauptproblem an. Auch Graham Doyle von UBS äußerte Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Gewinnentwicklung, obwohl die Beteiligung von Fresenius im Quartal hervorragte. Im frühen Handel fiel die FMC-Aktie rasch in die Verlustzone und hielt am Ende der Analystenkonferenz mit einem Rückgang von über acht Prozent die rote Laterne im DAX. JPMorgan erwähnte mögliche FMC-Aktienverkäufe durch den Großaktionär Fresenius als Grund für den Kursrutsch.
Unter der Leitung von Giza, die im Dezember 2022 Verantwortung übernahm, führt FMC tiefgreifende Spar- und Restrukturierungsmaßnahmen durch. Bisher wurden fast alle geplanten Einsparungen für 2023 umgesetzt, und bis 2025 soll die Kostenreduktion bei 220 Millionen Euro liegen. Die ehrgeizigen Ziele umfassen eine nachhaltige Senkung der Kosten um 1,05 Milliarden Euro bis 2027. Im dritten Quartal übertraf FMC die Markterwartungen bei wesentlichen Kennzahlen.
Der Umsatz stieg um drei Prozent auf knapp 4,9 Milliarden Euro, trotz negativer Währungseffekte. Auf konstanter Währungsbasis ergab sich ein organisches Umsatzplus von zehn Prozent. In den USA bleibt das Wachstum mit 0,1 Prozent bescheiden, was den Herausforderungen durch Preisdruck und hohe Sterblichkeitsraten der Patienten geschuldet ist. Strategisch setzt FMC auf Impfprogramme und modernisierte Blutwäschegeräte, um die aktuelle Situation zu verbessern.
Der Gewinnanteil der Aktionäre stieg im dritten Quartal um 29 Prozent, und das operative Ergebnis erreichte 574 Millionen Euro, übertraf damit die Erwartungen. Der Produktbereich trug erheblich zur positiven Entwicklung bei, unterstützt durch Kosteneinsparungen, höhere Verkaufsvolumina und gestiegene Preise. Für das Gesamtjahr geht der Konzern von einem währungsbereinigten Anstieg des operativen Ergebnisses im hohen zweistelligen Prozentbereich aus. Mit 18 Prozent liegt FMC aktuell am unteren Ende dieses Spektrums, aber das stärkste Quartal steht noch bevor. Giza erwartet eine Beschleunigung des Gewinnwachstums, auch durch weiterhin positive Währungseffekte und das Sparprogramm. Der Umsatz soll bis 2025 moderat zulegen.

