Fresenius Medical Care: Optimismus trotz Börsenrückschlags
Der Dialyse-Spezialist Fresenius Medical Care (FMC) macht deutliche Fortschritte bei der Umsetzung seines umfassenden Einsparprogramms. Dank strikter Kostensenkungsmaßnahmen konnte das Unternehmen im dritten Quartal einen unerwartet hohen Gewinn verzeichnen. Darüber hinaus erzielte FMC ein robustes organisches Wachstum, was die Konzernchefin Helen Giza zu einer Bestätigung der Jahresziele bewog. Sie äußerte sich zuversichtlich, dass das Unternehmen bis 2025 'auf einem hervorragenden Weg' sei, seine Versprechen zu erfüllen.
Trotz dieser positiven Geschäftsentwicklung reagierten die Börsen verhalten und die FMC-Aktie erlebte einen markanten Kursverlust. Branchenexperten kritisieren insbesondere das schleppende Wachstum der Behandlungszahlen auf dem wichtigen US-Markt. UBS-Analyst Graham Doyle stellte zudem die Nachhaltigkeit der Gewinnentwicklung infrage.
In den frühen Handelsstunden legte die Aktie zunächst leicht zu, rutschte jedoch im Verlauf des Tages mit einem Minus von über sechs Prozent ans Dax-Ende ab. Auch die Jahresbilanz präsentiert sich leicht negativ. JPMorgan-Analysten führten den Kursverfall auf die Spekulationen über eine mögliche weitere Aktienplatzierung durch den Großaktionär Fresenius zurück. Der Kurs leidet zudem unter Erinnerungen an einen drastischen Rückschlag, nachdem das Papier im Frühjahr 2018 mit knapp 94 Euro einen Rekordwert erreichte.
Den Erwartungen der Analysten, die einen Gewinn von 550 Millionen Euro prognostizierten, wurde FMC mit einem operativen Ergebnis von 574 Millionen Euro deutlich gerecht. Zu den Treibern zählte das Produktgeschäft, das von Einsparungen sowie gestiegener Nachfrage und höheren Preisen profitierte. Allerdings trübte ein Gewinnrückgang im Bereich der Gesundheitsdienstleistungen das ansonsten positive Bild.
FMC erwartet für das laufende Jahr weiter einen währungsbereinigten Anstieg des operativen Ergebnisses im hohen Zehner- bis Zwanzigerprozentbereich. Der Umsatz soll ebenfalls leicht im einstelligen Prozentbereich zulegen. Konzernchefin Giza hat durch gezielte Umstrukturierungsmaßnahmen und Verkäufe unrentabler Klinikbereiche erheblich zur Stabilisierung beigetragen.
Nachdem schon 174 Millionen Euro der für das Gesamtjahr geplanten 180 Millionen Euro eingespart wurden, ist das Unternehmen auf einem guten Weg, die jährlichen Kosten bis Ende 2027 um 1,05 Milliarden Euro zu reduzieren.

