Evotecs unsichere Biotech-Odyssee: Anleger hoffen auf neuen Kurs
Der zuletzt enttäuschende Quartalsbericht von Evotec, einem renommierten Entwickler von Pharmawirkstoffen, hat das Vertrauen der Anleger weiter erschüttert. Besonders die nach unten korrigierte Umsatzprognose im Juli lässt den Verkaufsgerüchten um die Produktionsanlage 'J.POD' von Just - Evotec Biologics in Toulouse vermehrt Bedeutung zukommen. Zu Handelsbeginn am Mittwoch legte die Aktie kurzfristig um fast 5 Prozent zu, verlor jedoch im Tagesverlauf an Schwung und endete mit einem Minus von 2,3 Prozent bei einem Schlusskurs von 6,43 Euro. Seit dem drastischen Kurseinbruch vom 21. Juli bleibt ein Aufholbedarf von etwa 14 Prozent.
Dieser Anstieg folgte auf Verkaufsankündigungen vom 30. Juli, als die Aktie zwischenzeitig auf ein Hoch von 7,84 Euro kletterte – ein Niveau, das die Anleger seit Ende Mai nicht mehr gesehen hatten. Doch mit abflauendem Optimismus fiel der Aktienkurs wieder spürbar. Analyst Charles Weston von der kanadischen Bank RBC kommentierte die jüngsten Geschäftszahlen, die hinter den Markterwartungen zurückblieben, obwohl das negative operative Ergebnis im Rahmen der Prognosen lag.
Evotec hatte im Juli seine Umsatzziele für 2025 von einst 840 bis 880 Millionen Euro auf 760 bis 800 Millionen Euro gesenkt. Dennoch bleibt die Schätzung für das bereinigte Ebitda zwischen 30 und 50 Millionen Euro unverändert. Analyst Christian Ehmann von Warburg Research sieht die Schwäche der Nachfrage als das Kernproblem und betont die andauernden Selbsthilfemaßnahmen des Unternehmens. Die potenzielle Veräußerung des Standorts in Toulouse an Sandoz, einen Schweizer Generikahersteller, ist das dominierende Thema. Analysten erhoffen sich von der strategischen Neuausrichtung endlich detaillierte finanzielle Perspektiven.
Langfristig spiegeln die Aktienkurse die Herausforderungen wider: Seit einem Mehrjahreshoch von fast 46 Euro im Jahr 2021 hat die Aktie rund 85 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

