Bund startet milliardenschweren Verkauf des Energieriesen Uniper

19. Mai 2026, 00:01 Uhr · Quelle: dts Nachrichtenagentur
Uniper (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur
Uniper (Archiv)
Die Bundesregierung leitet den Verkauf ihrer Uniper-Beteiligung ein und reduziert den Anteil auf 25 Prozent plus eine Aktie.

Berlin - Gut dreieinhalb Jahre nach der staatlichen Milliarden-Rettung des Düsseldorfer Energiekonzerns Uniper leitet die Bundesregierung an diesem Dienstag den weitgehenden Wiederverkauf des Unternehmens ein.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, sieht das nun fertiggestellte Privatisierungskonzept des Finanzministeriums vor, dass der Bund seine Beteiligung an dem Gas- und Stromversorger vom Ende dieses Jahres an von heute 99,1 Prozent auf 25 Prozent plus eine Aktie reduziert. Dabei ist die Regierung außer für den Verkauf eines oder mehrerer Aktienpakete an langfristig orientierte Investoren auch für einen Börsengang sowie für eine Kombination aus beiden Optionen offen.

Der Börsenwert von Uniper liegt derzeit bei rund 18 Milliarden Euro. Allerdings ist die Summe angesichts der sehr geringen Zahl gehandelter Anteilsscheine mit Vorsicht zu genießen. So könnte der Aktienkurs in dem Moment, da der Bund größere Mengen zum Verkauf anbietet, durchaus deutlich sinken. Dennoch deuten die derzeitigen Werte darauf hin, dass Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) im Zuge der Neuordnung mit mindestens hohen einstelligen Milliardeneinnahmen rechnen könnte.

Der Bund hatte Uniper nach dem russischen Überfall auf die Ukraine und der Einstellung der Gaslieferungen aus Russland Ende 2022 mit einer Verstaatlichung und einer Kapitalspritze von 13,5 Milliarden Euro vor der Pleite gerettet. Der Konzern beliefert unter anderem mehr als 1.000 Stadtwerke und Industriebetriebe mit Erdgas. Um bei wichtigen energiestrategischen Entscheidungen weiter mitreden zu können und die Gasversorgung zu sichern, will die Regierung auch nach der weitgehenden Re-Privatisierung ein Paket von 25 Prozent plus einer Aktie an dem Unternehmen behalten. Die übrigen gut 74 Prozent aber sollen in den kommenden Monaten veräußert werden.

Nach den Informationen der Zeitung können sich Firmen, die sich an Uniper beteiligen wollen, bis zum 12. Juni beim Finanzministerium melden. Gesucht werden Investoren, die den Konzern als Ganzes erhalten und langfristig an Bord bleiben wollen. Infrage kämen damit beispielsweise große Pensionsfonds oder Energieunternehmen wie die norwegische Equinor-Gruppe, die schon einmal Interesse bekundet haben soll. Außen vor wären hingegen reine Finanzinvestoren, die sich mit dem möglichen Ziel engagierten, Uniper nach kurzer Zeit aufzuspalten und in Einzelteilen gewinnbringend weiterzuverkaufen.

Um flexibel zu bleiben, bereitet die Regierung parallel dazu aber auch eine Börsenplatzierung von Uniper-Aktien vor, die im Januar kommenden Jahres stattfinden würde. Dabei würden aber womöglich nicht alle verbliebenen Anteilsscheine auf einmal offeriert, vielmehr würde sich der Bund mutmaßlich bis Ende 2028 Zeit nehmen, um die Papiere preisschonend zu veräußern. Je nachdem, wie die Gespräche mit den strategischen Interessenten ausgehen, ist am Ende neben einer Platzierung der gesamten gut 74 Prozent am Aktienmarkt aber auch ein vollständiger Verzicht auf den Börsengang möglich. Am wahrscheinlichsten ist wohl, dass der Bund ein, zwei strategische Investoren ins Boot holt und einen kleineren Anteil, beispielsweise 25 Prozent, über die Börse verkauft.

Wirtschaft / Deutschland / Energie / Unternehmen / Börse / Privatisierung / Investoren
19.05.2026 · 00:01 Uhr
[1 Kommentar]
US-Präsident Trump
Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben einen angeblich für heute geplanten Angriff auf den Iran abgesagt. Er habe das Militär der Vereinigten Staaten angewiesen, die Attacke nicht durchzuführen, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Gleichzeitig soll das Militär demnach «jederzeit» bereit sein, einen […] (02)
vor 14 Minuten
Cate Blanchett ist enttäuscht darüber, dass die #MeToo-Bewegung in Hollywood 'so schnell abgewürgt wurde'.
(BANG) - Cate Blanchett ist enttäuscht darüber, dass die #MeToo-Bewegung in Hollywood 'so schnell abgewürgt wurde'. Die 'Tar'-Darstellerin stellte infrage, warum die Initiative – bei der zahlreiche Frauen des öffentlichen Lebens über ihre Erfahrungen mit sexuellem Fehlverhalten in ihrer Karriere gesprochen hatten – "zum Schweigen gebracht" wurde, obwohl […] (00)
vor 9 Stunden
Streit von Elon Musk und ChatGPT-Firma OpenAI vor Gericht
Oakland (dpa) - Tech-Milliardär Elon Musk ist mit seinem Versuch gescheitert, vor Gericht einen radikalen Umbau beim ChatGPT-Entwickler OpenAI zu erzwingen. Geschworene in Kalifornien kamen zu dem Schluss, dass Musk seine Klage erst nach Ablauf der Verjährungsfrist eingereicht hatte. Musk will sich nicht mit der Niederlage abfinden und kündigte eine […] (00)
vor 1 Stunde
Zahlungsbereitschaft für KI hat sich erhöht
Die Zahl derjenigen, die für Künstliche Intelligenz Geld ausgeben, ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. 13 Prozent der KI-Nutzerinnen und -nutzer zahlen für mindestens eine KI-Anwendung, im Vorjahr lag der Anteil erst bei 8 Prozent. Weitere 29 Prozent können sich vorstellen, künftig auf eine Bezahlversion umzusteigen (2025: 22 Prozent). Eine […] (00)
vor 3 Stunden
FX bestellt Comedy-Serie «Very Young Frankenstein»
Die Kultkomödie «Young Frankenstein» wird zur Serie, der Sender FX will eine Serienadaption. Der Kultfilm Young Frankenstein von Mel Brooks erhält eine Serienadaption: Der US-Sender FX hat «Very Young Frankenstein» offiziell bestellt. Das Projekt war bereits 2025 mit einer Pilotbestellung angekündigt worden, nun gab FX grünes Licht für eine komplette Serie. Inhaltliche Details halten die […] (00)
vor 2 Stunden
Schweiz - Deutschland
Zürich (dpa) - Die Offensive eines Absteigers, katastrophale Fehler und kaum Impulse von der Trainerbank: Ein Jahr vor der Heim-WM droht dem deutschen Eishockey ein Fiasko bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz. Beim 1: 6 (0: 0, 0: 5, 1: 1) am Montag in Zürich kassierte die Auswahl von Bundestrainer Harold Kreis die höchste WM-Niederlage gegen die […] (03)
vor 3 Stunden
bitcoin, table, courses, finance, virtual, crypto, currency, money, coin, computer
Ethereum hat die Marke von $2.150 verloren, da Verkaufsdruck und Marktunsicherheit die Erholung, die seit den Tiefstständen im Februar aufgebaut wurde, zunichtemachen. Der Rückgang ist nicht allmählich, sondern zeigt das Bild eines Marktes, der auf ein vorbereitetes Angebot trifft. Daten von CryptoOnchain haben die Quelle dieses Angebots identifiziert, […] (00)
vor 1 Stunde
SCHILLER unterstützt „kinderherzen“ in Burundi
Feldkirchen b. München, 18.05.2026 (PresseBox) - Gestern durfte Joachim Bernard im Namen von SCHILLER einen CARDIOVIT FT-1 an „kinderherzen“ – die Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren in Bonn – übergeben. Das Gerät wird künftig in einer herzchirurgischen Kinderklinik in Burundi zum Einsatz kommen und dort die medizinische Versorgung von Kindern […] (00)
vor 8 Stunden
 
Autoproduktion (Archiv)
Berlin - China investiert wieder mehr in Europa und baut dabei so viele Fabriken wie […] (00)
Mordurteil nach Tod auf Parkplatz
Niedernhall/Heilbronn (dpa) - Ein Kind gerät auf einem Supermarktparkplatz mit einem 18- […] (05)
Matthias Miersch (Archiv)
Berlin - Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Miersch, sieht die […] (01)
Prozess nach Ermordung des CEO von United Health Care
New York (dpa) - Mehr als ein Jahr nach der Tötung des Vorstandschefs eines […] (00)
KOTOR-Remake: Neue Szene aus gestrichener Version geleakt
Das Remake von Star Wars: Knights of the Old Republic sorgt wieder einmal für […] (00)
José Mourinho
Madrid (dpa) - Startrainer José Mourinho steht einem Bericht zufolge kurz vor der […] (02)
kostenloses stock foto zu altcoin, anlageportfolio, anlagerisiko
Die zweitgrößte Kryptowährung, Ethereum (ETH), ist auf den niedrigsten Stand seit […] (00)
MSI präsentiert den MAG OLED 271QPX32
Der neue Monitor MAG OLED 271QPX32 feiert seine Premiere auf der Computex 2026. Das […] (00)
 
 
Suchbegriff