Euro bleibt unter Druck – US-Arbeitsmarkt trotzt Handelshemmnissen
Der europäische Devisenmarkt zeigte am Freitag Schwäche, als der Kurs des Euro am Nachmittag auf 1,1399 US-Dollar fiel. Dieser Rückgang erfolgte trotz eines stärkeren Starts in den Tag, als die Gemeinschaftswährung noch über einem halben Cent höher stand.
Die Europäische Zentralbank (EZB) fixierte den Referenzkurs auf 1,1411 US-Dollar, im Vergleich zu 1,1423 am Donnerstag, während der Dollar 0,8763 Euro kostete. Der US-Dollar profitierte von einem robusten Arbeitsmarktbericht.
Im Mai entstanden mehr neue Stellen als erwartet, obwohl frühere Monatszahlen erheblich nach unten korrigiert wurden. Die Arbeitslosenquote verharrte auf stabilem Niveau, während die Stundenlöhne über den Erwartungen stiegen.
Analyst Thomas Altmann von QC Partners äußerte, dass die deutlichen Lohnzuwächse die US-Notenbank möglicherweise von baldigen Zinssenkungen abhalten könnten. "Die Fed könnte gezwungen sein, eine zurückhaltendere Haltung einzunehmen."
Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, kommentierte, dass die Handelszölle bislang keine signifikanten Auswirkungen auf den US-Arbeitsmarkt gezeigt haben, äußerte jedoch Zweifel an der Nachhaltigkeit dieses Trends. "Die Zölle schaffen Unsicherheit unter den Unternehmen und beeinträchtigen den Konsum, was letztlich den Umsatz drückt", verdeutlichte Gitzel.
Darüber hinaus bemerkte er, dass das sogenannte Dodge-Programm Entlassungen im öffentlichen Sektor nach sich zog und Neueinstellungen reduzierte. Bereits vor den positiven Wirtschaftskennzahlen aus den USA war der Euro unter Verkaufsdruck geraten.
Unerwartet schwache deutsche Industriedaten belasteten die Kursentwicklung, da die Produktion im April, nach einem starken März, deutlich zurückging und so die Erwartungen der Volkswirte unterbot. Die Kursgewinne vom Donnerstag, ausgelöst durch EZB-Präsidentin Christine Lagardes Ankündigung eines möglichen Endes des geldpolitischen Zyklus, verpufften gänzlich.
Die EZB veröffentlichte zudem neue Referenzkurse gegenüber anderen Währungen. Demnach kostet ein Euro 0,8426 britische Pfund, 164,62 japanische Yen und 0,9383 Schweizer Franken.
Der Goldpreis vermochte dem allgemeinen Trend zu folgen und sank am Nachmittag in London auf 3.774 Dollar pro Feinunze, was einem Rückgang von etwa 15 Dollar im Vergleich zum Vortag entspricht.

